WM legt Stromversorgung lahm
Die WM-Euphorie frisst mehr Strom als Südafrika liefern kann. Aktuellen Hochrechnungen zufolge verbraucht der WM-Gastgeber zurzeit täglich 275 Megawatt Strom mehr, als zu normalen Zeiten. Damit die Bewohner des Landes aber nicht im Kalten oder Dunkeln sitzen müssen oder gar schlimmer noch TV-Übertragungen des geliebten Fußballspiels versäumen, stehen Nachbarländer mit ihrem Strom zur Seite. Derweil sorgt in anderen Teilen der Welt König Fußball ebenfalls für Engpässe.
Auch in Südasien wird nämlich bereits mit Strom-Verlusten gekämpft. Während des Spiels Argentinien-Nigeria kam es aufgrund einer mangelhaften Stromversorgung zu Krawallen, bei denen etwa 30 Personen verletzt und zahlreiche Autos beschädigt wurden. Um dem zukünftig vorzubeugen, sieht sich Bangladesch gezwungen, jeden Abend für fünf Stunden alle Fabriken in und im Umfeld der Hauptstadt Dhaka zu schließen, um die TV-Übertragung der Fußballspiele sicherzustellen.
WM hat eigenen Strom
Wer jetzt auch um die zukünftigen WM-Spiele bangt, dem kann vorerst Entwarnung gegeben werden. Die Stromprobleme in Südafrika betreffen zum Glück nicht die Stadien. Die Sicherheit für diese hat die FIFA damit gewährleistet, dass nach FIFA-Richtlinien alle Stadien ihre eigenen Generatoren besitzen müssen. Jens-Peter Hecht, ein deutscher Experte ist im südafrikanischen Organisationskomitee bei der WM dabei und für die komplette Medien-Infrastruktur verantwortlich. Ob er den unzähligen Generatoren zur Energieversorgung der Stadien traut? In einem Interview mit der Sportschau zieht er darauf die Augenbrauen in die Höhe und schaukelt schmunzelnd den Kopf: „Ich hoffe es.“.
Mosambik verspricht Hilfe
Beim Ausnahmezustand einer WM halten alle Länder irgendwie zusammen. So hat der staatliche Energiekonzern EDM aus Mosambik Südafrika versprochen, in Notfällen bis zu 50 Megawatt zu sponsern. Der alltägliche Gebrauch in Haushalten, Hotels oder Gastronomien sollte so theoretisch sichergestellt sein.
Fußballfieber
Überall auf der Welt verfolgen die Menschen die Spiele der Fußballweltmeisterschaft mit großem Enthusiasmus. Diese Begeisterung führt in Bangladesch zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Das Land mit der weltgrößten Bevölkerungsdichte sieht sich gezwungen, die Arbeitszeiten der Fabriken an die Spielzeiten der Fußballübertragungen anzupassen. Ausschreitungen in den letzten Tagen haben deutlich gezeigt, was passiert wenn die Übertragung aufgrund eines Netzusammenbruchs unterbrochen wird. Einige Polizisten waren nötig, um die Krawalle, verursacht durch den Stromausfall während eines WM-Spiels wieder in den Griff zu bekommen.
Bleibt somit nur noch für alle Fußballfans weltweit zu hoffen, dass auch für die künftigen Spiele immer genügend Strom vorhanden ist.

Diesen Artikel bookmarken bei...