Tipps zum Tarifwechsel

Mit einem Wechsel des Strom- oder Gastarifs lässt sich einiges sparen, wenn man richtig vorgeht. "Gewusst wie" lautet hierbei die Devise.

Die Checklisten für den Wechsel

Sie haben den Eindruck, dass Sie zuviel für Gas und Strom zahlen? Weil die Preise ständig steigen und alles Energiesparen nicht hilft? Und dann haben Sie noch gehört, dass Wechseln ganz einfach sei, kinderleicht, wie eine Auswechslung bei einem Fußballspiel?

Bevor Sie die Gedanken in die Tat umsetzen, sollten Sie sich jedoch erst einmal ein paar Minuten Zeit nehmen, um die folgende Checkliste durchzugehen – und dann erst eine Entscheidung treffen.

Umzug und Anbieterwechsel

Sie planen einen Umzug und überlegen bzw. sind gezwungen, gleich auch den Versorger zu wechseln? Dann sollten Sie Folgendes beachten:

Ein Anbieterwechsel für Strom nimmt in der Regel bis zu zehn Wochen in Anspruch. Diese Frist gilt ab dem Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung. Beim geplanten Umzug sollte deshalb die Entscheidung für den neuen Anbieter bzw. einen Tarif Ihrer Wahl sowie die Einsendung der Vertragsunterlagen so rasch wie möglich, im besten Fall mehrere Wochen vor dem Einzug, erfolgen. Nur so kann der neue Versorger Ihren neuen Haushalt direkt beim Einzug mit Energie beliefern. Geschieht dies verspätet, übernimmt solange der regionale Grundversorger zu seinen Konditionen die Stromlieferung.

Stromausfall ist nicht zu befürchten

Geschieht die Vetragsabwicklung verspätet oder wird gar nicht in Angriff genommen, entsteht beim Einzug automatisch ein Stromliefervertrag mit dem regionalen Grundversorger zu dessen Standardtarif. Diesen können Sie in der Regel mit einer Frist von einem Monat zum Ende des Kalendermonats wieder kündigen. Die Angst vor einem Stromausfall kann also getrost ad acta gelegt werden, die Grund- und Ersatzversorgung ist gesetzlich verpflichtend geregelt.

Rechtzeitig planen

Ist der Umzug innerhalb des gleichen Ortes bereits vollzogen, kann der bisherige Anbieter auf Wunsch des Verbrauchers die Energielieferung fortführen, insofern der neue Wohnort in dessen Liefergebiet liegt. Über die Änderung der Anschrift sollte er jedoch rechtzeitig (sechs Wochen vor dem Umzug) informiert werden.

Falls Sie in eine andere Region umziehen möchten, muss festgestellt werden, ob Ihr bisheriger Anbieter auch in der jeweiligen Gegend Energie liefert. Falls nicht, muss ein Versorgerwechsel vorgenommen werden.

Keine Angst vor dem Wechsel

Es gibt viele Gründe, die zu einem Tarif- oder Anbieterwechsel führen können - sei es beispielsweise der einfache Wunsch, Geld zu sparen oder der Vorsatz, etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Angst vor diesem Schritt muss niemand haben.

Obwohl die gesamte Prozedur des Anbieterwechsels seit der Liberalisierung des Energiemarktes wesentlich erleichtert wurde, hat bisher nur ein geringer Teil der deutschen Verbraucher seine Chance auf günstigere Strom- oder Gaskonditionen genutzt. Dabei wäre dies in der heutigen Zeit, in welcher die stetig steigenden Energiepreise für viel Aufregung sorgen, besonders zu empfehlen.

Die Begleiterscheinungen der Marktexplosion im Energiesektor scheint zu großer Unsicherheit auf Verbraucherseite zu führen: Durch Unternehmensinsolvenzen sowie undurchsichtige Verkaufsstrategien wie Boni oder Vorauskasse-Modelle, scheinen viele eine regelrechte Scheu vor dem Gedanken eines Tarif- oder Anbieterwechsels entwickelt zu haben. Umständlich, aufwändig, ja sogar unsicher soll dieses Verfahren sein.

Klassische Irrtümer

Einige dieser Vorurteile sind ziemlich realitätsfern. Der Anbieterwechsel ist bürokratisch unkompliziert, in der Regel risikoarm und kostenfrei. Ein direkter Grund zur Sorge besteht grundsätzlich nicht.

Festzuhalten ist, dass prinzipiell jeder Verbraucher jederzeit (sofern er vertraglich nicht mehr an einen anderen Anbieter gebunden ist) das Recht hat, seinen Energielieferanten bzw. den Tarif zu wechseln. Entgegen allen Befürchtungen wird es beim Anbieterwechsel zu keinem Stromausfall kommen, da die Energieversorgungsunternehmen gesetzlich verpflichtet sind, den Verbraucher kontinuierlich mit Strom zu beliefern. Ein insolvenzbedingter Stromausfall ist auf Grundlage der Grund- und Ersatzversorgung ebenfalls nicht zu befürchten.

Die richtige Wahl treffen

Bei aller Unkompliziertheit des eigentlichen Wechselvorgangs sollte man wie bei jedem Vertragsabschluss die Wahl des Vertragspartners gründlich prüfen. Auch der Strommarkt beheimatet unseriöse Anbieter, die die Kunden mit besonders hoch angelegten Boni locken, Jahresbeiträge im Voraus erwarten oder Strompakete verkaufen möchten. Hier sollte man ein genaues Auge auf die Vertragsbedingungen werfen: Boni gelten meistens bei den teuersten Tarifen des Anbieters. Im Falle der Vorauskasse verfällt die eingezahlte Summe, wenn der Anbieter Insolvenz anmeldet - so warnt die Verbraucherzentrale. Schließlich sind auch Paketangebote zweifelhaft, weil der Verbraucher Gefahr läuft, aufgrund der Fehleinschätzung des eigenen Stromverbrauchs viel Geld zu verlieren. Einen guten Überblick in diesem Tarifdschungel bieten Ihnen von daher Tarifvergleichsrechner an.

Alternative Ökostrom

Regenerative Energien gewinnen immer mehr an Bedeutung. Wem es nicht nur auf den Preis ankommt, sondern auch auf Umweltfreundlichkeit, sollte sich mit dem Thema Ökostrom befassen. Da fast jeder Versorger mittlerweile mit Ökostrom wirbt, sollten Sie unbedingt auf entsprechend zertifizierte Produkte achten, damit Sie sicher sein können, dass von Ihrem Engagement auch der Ausbau der erneuerbaren Energien profitiert.