US-Konzerne geben Obama Rückenwind

Während Regierungen und Bürgerinitiativen weltweit Lob und Anerkennung für die Emissionsspar-Verordnung des US-Präsidenten finden, sieht Obama sich in seinem eigenen Land einer breiten Opposition gegenüber. Nun stellt sich die Wirtschaft hinter ihn und unterstützt seine Klimaschutzpolitik.

von Bente Löhndorf
News

Datum: 11.11.2015 14:09

365 Unternehmen und Investoren haben in einem offenen Brief an 29 US-Senatoren ihre Unterstützung für Obamas „Clean Power Plan“ kundgetan. Unterzeichner wie eBay, Nestlé, Unilever, L’Oréal or Levi Strauss zählen zu den größten und einflussreichsten Konzernen der Welt. In dem Statement widersprachen sie der Auffassung vieler Republikaner, die Obamas Pläne für wirtschaftsschädigend und gefährlich halten. Die prominenten Unterstützer aus der Wirtschaft erklärten jedoch, die neuen Regeln würden das Wachstum befördern und viele neue Jobs hervorbringen.

Selbstverpflichtung zum Klimaschutz


Gleichzeitig hat das Weiße Haus mehr als ein Dutzend Großunternehmen für den Klimaschutz verpflichtet. Mit der Verkündung der neuen Emissionsvorgaben für Kohlekraftwerke am Montag konnte Obama auch die Selbstverpflichtungen mehrerer Wirtschaftsriesen kundtun. US-Konzerne wie Apple, Coca Cola und General Motors haben die Reduzierung des Treibhausgasausstoßes in ihren Werken zugesagt. Jedes Unternehmen hat sich laut US-Regierung "ambitionierte Ziele" gesetzt. Die Emissionen sollen dabei um bis zu 50 Prozent gesenkt werden.

Die 13 Unternehmen wollen zudem, zufolge mit Investitionen in Höhe von mindestens 140 Milliarden Dollar (127 Milliarden Euro) die Voraussetzungen für eine kohlenstoffarme Wirtschaft schaffen. Auch der Zubau von Kapazitäten für erneuerbare Energien von 1600 Megawatt sei mit der Regierung in Washington vereinbart worden.

An der Initiative nehmen die Technologiekonzerne Apple, Google und Microsoft, der Aluminiumkonzern Alcoa, Coca Cola und Pepsi, der Automobilkonzern General Motors, die Geldhäuser Bank of America und Goldman Sachs, der Energieriese Berkshire Hathaway Energy, der Nahrungs- und Futtermittelkonzern Cargill, der Einzelhandelsmulti Walmart sowie das Logistikunternehmen UPS teil.

Vorbereitung für Paris


Andrew Steer, der Mann an der Spitze des Washingtoner Thinktank World Resources Institute, erklärte, der Clean Power Plan werde den internationalen Partnern versichern, dass die US-Regierung gewillt ist, die 26 bis 28 Prozent CO2-Reduzierung bis 2025 einzuhalten. Die Wirtschaftsinitiative wird als Vorbereitung für den im Winter stattfindenden UN-Klimagipfel in Paris angesehen. Dabei sollen die Staaten freiwillige Ziele zur Minderung des CO2-Ausstoßes bis 2030 festsetzen – die Wirtschaft mit ins Boot zu holen kann als sinnvoller Schritt gewertet werden.

Quellen
The Guardian
Die Zeit