COP23: Die Weltklimakonferenz tagt in Bonn

Vom 6. bis zum 17. November ist Bonn Schauplatz internationaler Klimapolitik. 25.000 Teilnehmer werden zur 23. Weltklimakonferenz aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft erwartet. Anlass genug, um sich mit ein paar Fakten schlau zu machen.

von Katharina Korczok
News

Datum: 27.10.2017 17:43

Warum Fidschi? 

Die Präsidentschaft der diesjährigen Klimakonferenz hält Fidschi inne. Weil die Austragung der Konferenz den pazifischen Inselstaat logistisch jedoch überfordern und außerdm weite Anreisewege der Teilnehmer bedingen würde, erklärte sich Deutschland bereit, als technischer Gastgeber die Konferenz im Bonner Sitz des UN-Weltklimasekretariats auszutragen. Die Fidschi-Inseln sind durch den Klimawandel besonders bedroht. Erst im letzten Jahr verwüstete der Tropensturm „Winston“ die Region. Hinzu kommt die latente Bedrohung der Inselkette durch steigende Meeresspiegel. Der Fischfang ist eine Haupteinkommensquelle, der Großteil der Einwohner wohnt in unmittelbarer Küstennähe. Ein Dorf musste bereits zwangsumgesiedelt werden, weitere 100 Dörfer werden laut Schätzungen noch folgen. Premierminister Voreqe Bainimaramas Anliegen ist es daher, ein „Gefühl der Dringlichkeit“ zu vermitteln. 

Was macht Bonn?

Die Konferenz soll möglichst klimaneutral bleiben. Die Stadt orientiert sich bei der Planung an EU-Grundlagen, die Umweltauswirkungen erfassen und reduzieren soll. Papier wird größtenteils durch digitale Dokumente gespart, das Catering bietet hauptsächlich vegetarisches Essen und Teilnehmer bekommen wiederverwendbare Trinkflaschen für Wasserspender, um Einwegbecher zu vermeiden. Mit einer neuen Haltestelle nahe des Veranstaltungsortes will Bonn ein vermehrtes Verkehrsaufkommen vermeiden und die Nutzung des ÖNVPs verstärken.  

Wer kommt? 

Angemeldet hat sich bereits der französische Präsident Emmanuel Macron. Für die USA reisen Staatssekretär Thomas Shannon, der amerikanischen Politiker und Umweltschützer Al Gore sowie der kalifornische Gouverneur Jerry Brown an. Umweltministerin Barbara Hendricks vertritt Deutschland. Zu rechnen ist auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Neben den offiziellen Verhandlungen steht auf dem Gelände ein Pavillon dem Austausch der Zivilgesellschaft zur Verfügung. Im „Talanoa Space“ sollen NGOs, Industrie und Gemeinden an der Konferenz teilhaben. 

Wer protestiert?  

Ebenfalls bereits angekündigt sind Proteste verschiedener NGOs und Vereine. Am 4. November planen BUND, WWF, Oxfam, Germanwatch, Misereor und Brot für die Welt eine Kundgebung zum Thema „Klima schützen – Kohle stoppen!“. Für einen Kohleausstieg setzen sich auch Klimaschützer der Aktion „Ende Gelände“ ein. Sie planen die Konferenzteilnehmer mit zivilem Ungehorsam auf die 50 Kilometer entfernten Kohlebagger und Braunkohlewerke aufmerksam zu machen. Für den 11. November ruft das Bündnis „No Climate Change“ zur Großdemonstration auf. Bislang geht die Polizei von einem friedlichen Ablauf aus.