Elektroautos auf Dauerfahrt

Elektroautos warten in Deutschland weiterhin auf ihren Boom. Hauptkritikpunkt ist für viele die kurze Reichweite und damit einhergehend die geringe Versorgung durch geeignete Tankstellen. In der Forschung gibt es derweil Versuche für eine Idee, mit der man theoretisch gar nicht mehr anhalten müsste.

von Matthias Epkes
News

Datum: 11.11.2015 14:12

Das größte Manko, das fast alle Fahrzeuge mit Elektroantrieb betrifft, ist die geringe Ladekapazität. Einzig der amerikanische Automobilhersteller Tesla vermag seinen Kunden eine Reichweite von bis zu 450km anzubieten. Deutsche Unternehmen hängen in diesem Vergleich meist kilometerweit hinterher. Aber auch Kunden von Tesla müssen beim Aufladen Zeit mitbringen. Mindestens eine halbe Stunde dauert der Vorgang. Wie praktisch wäre es also, wenn man mit seinem Auto gar nicht mehr anhalten müsste, um wieder aufzuladen?

Großbritannien testet elektrische Autobahnen


In Großbritannien will die Regierung 500 Millionen Pfund (umgerechnet circa 700 Millionen Euro) investieren, um bei der Realisierung von elektrischen Autobahnen voran zu kommen. Dabei soll es möglich werden, die Batterien von Elektroautos während der Fahrt aufzuladen. Damit würde das Tanken komplett unnötig werden. So könnte eine Spur auf Autobahnen mit Stromkabeln unter der Fahrbahndecke versehen werden, die ein elektromagnetisches Feld erschaffen. Dieses wird über eine Spule im Auto in Strom umgewandelt. Um zu schauen, wie effizient die Technik bereits funktioniert, soll eine 18-monatige Testphase Ergebnisse bringen.

Aufladen ohne Tanken: Verkehrsgesellschaften setzen auf neue Technologie


Die Idee und auch die Technik sind dabei nicht ganz neu. So kommen bei den Verkehrsbetrieben in Berlin, Mannheim und Braunschweig Busse zum Einsatz, die zumindest größtenteils nicht aufgetankt werden müssen. Allerdings sind der Umbau der Straße und die Technologie für die Busse sehr kostenintensiv, daher betrifft diese Neuerung nur einzelne Teilstücke in den jeweiligen Verkehrsnetzen. Zudem wird es vorerst nicht während der Fahrt möglich sein, den Bus aufzuladen. Lediglich an Halte- und Endpunkten sollen unterirdische Kabel verlegt werden, die für ein elekromagnetisches Feld sorgen. Dieses wird auch nur dann aktiviert, wenn sich ein Bus komplett über die präparierte Stelle bewegt. Die Technik, die diesen Fortschritt ermöglicht, nennt sich Primove und kommt von Bombardier. Das Prinzip ist dabei genau das gleiche, wie es auch in Großbritannien zum Einsatz kommen soll.

Auch wenn Elektroautos gerade in jüngster Zeit mehr in den Fokus kommen, bleibt der Boom, den sich vor allem auch die Regierung erhofft, bisher aus. Die Nachteile der Technologie sind einfach noch zu groß. Innovative Ideen, wie das Aufladen während der Fahrt, können den Elektroautos helfen, mittelfristig der Vorreiter bei der Reduktion von Emissionen zu werden.

Quellen:
golem.de
PM von Highways England