EU Green Week startet in der grünen Stadt Utrecht

Vom 21. bis 25. Mai findet die Grüne Woche der EU statt. Der Startschuss fällt in den Niederlanden, genauer gesagt in Utrecht. Unter dem Motto „Grüne Städte für eine grünere Zukunft“ sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, um Städte zu besseren und nachhaltigeren Lebens- und Arbeitsräumen umzugestalten. Wir geben einen Überblick über die Veranstaltung und zeigen, warum Utrecht sich als wahrlich perfekte Auswahl für das Eröffnungsevent erweist.

von Jule Krause
News

Datum: 22.05.2018 17:35

Grüne Woche: Nachhaltige Stadtentwicklung im Visier

Übergeordnetes Ziel der „EU Green Week“ ist es, die Partizipation in der Stadtentwicklung zu fördern. Deshalb stehen Präsentationen über politische Entwicklungen in verschiedenen Bereichen, wie beispielsweise Luftqualität, Lärm, biologische Vielfalt, Abfall- und Wasserwirtschaft im Vordergrund der Veranstaltung, die von der Europäischen Kommission initiiert wird. Die einzelnen Termine werden jeweils von städtischen Institutionen und anderen Organisationen auf EU-Ebene durchgeführt. Ein Höhepunkt ist das „High level EU Green Cities Summit“, eine dreitägige Konferenz über umweltfreundliche Stadtentwicklung und ihre Herausforderungen in Brüssel. Der offiziell letzte Termin findet im vom Stadtparlament Madrid gegründeten Medialab Prado statt, einem öffentlichen Bürgerlabor in der Hauptstadt Spaniens. Bürger der EU werden darüber hinaus dazu ermuntert, ihre Ideen für nachhaltige Städte bei verschiedenen Partnerevents in ganz Europa von April bis Juni aktiv umzusetzen.  Wer nicht vor Ort dabei sein kann, hat die Möglichkeit, das Geschehen über verschiedene Social-Media-Kanäle unter dem Hashtag #EUGreenWeek zu verfolgen. Ein Livestream soll ebenfalls zur Verfügung stehen.

Grünes Utrecht: Vorfahrt für Radfahrer

Doch warum findet die wichtige Eröffnungsveranstaltung gerade in Utrecht statt? Die viertgrößte Stadt der Niederlande mit knapp 345.000 Einwohnern ist die Hauptstadt der Provinz Utrecht und durch ihre grüne Lunge bekannt: Gärten, Stadtparks und Wälder können bequem mit dem Rad erreicht werden, denn sie sind in der ganzen Stadt verteilt und laden durch ihre Vielfältigkeit zum Verweilen ein. Im Zentrum ist von Autos nahezu keine Spur - kein Wunder, denn die Stadt protzt gerade so vor Fahrradfreundlichkeit: die Fahrradwege sind gut ausgebaut und ein eigenes Fahrrad-Parkhaus am Utrechter Hauptbahnhof wird bis Ende des Jahres Platz für bis zu 12.500 Drahtesel bieten – und damit das weltweit größte seiner Art sein. Die Ausstattung geht dabei über die von Autoparkhäusern hinaus und bietet besondere Sicherheit für Radfahrer. So weisen elektronische Signale auf freie Parkplätze hin und farblich markierte Wände bieten zusätzliche Orientierung. Die durch Rampen verbundenen drei Geschosse können einfach mit dem Fahrrad befahren werden. Außerdem gibt es eine Fahrradvermietung und -werkstatt als zusätzlichen Service direkt vor Ort. Das Rotterdammer Architektenbüro Ector Hoogstad, das das Fahrradparkaus entworfen hat, gewann bereits 2011 einen Wettbewerb für ihr Design.

Elektromobilität und Klimaschutz auf dem Vormarsch

Auch im Hinblick auf Elektromobilität ist die niederländische Universitätsstadt ganz vorne mit dabei. Sie zählt, wie die Hauptstadt Amsterdam, zu den 20 „Electric vehicle capitals oft the world“, ausgezeichnet vom International Council on Clean Transportation (ICCT). Bis 2020 soll es 1.000 öffentlich zugängliche und maßgeblich aus Solarstrom gespeiste Ladestationen, sowie 1.000 E-Carsharing-Autos für 100.000 Nutzer geben. Und damit nicht genug, denn für den Klimaschutz und die Nachhaltigkeit hat sich die Stadt noch viel mehr vorgenommen: mehr Radfahrer und Fußgänger, klimaneutrale Quartiere bis 2020, ein emissionsfreier Nahverkehr bis 2025 und eine CO2-neutrale Energieversorgung bis 2030. Erste Schritte in diese Richtung wurden bereits erfolgreich unternommen. So lassen ich im kleinen Stadtviertel Lombok E-Carsharing-Autos bidirektional solar laden, das heißt die Fahrzeuge können nicht nur geladen werden, sondern den gespeicherten Strom ins öffentliche Netz zurückspeisen. Im Quartier Overvecht läuft währenddessen ein innerstädtisches Entwicklungsprojekt zum Bau von 8000 klimaneutralen Wohneinheiten.

Aktivitäten in der Natur locken viele Besucher an

Ihrem grünen Image gerecht wird die Stadt Utrecht auch durch besondere Ereignisse. Ein Highlight für Einheimische und Touristen ist das Festival der tropischen Schmetterlinge, welches in den Sommermonaten im Botanischen Garten im Utrechter Science Park zelebriert wird. Besucher haben hier die Möglichkeit, Schmetterlinge aus aller Welt in einem Glashaus zu beobachten. Beim jährlichen „Open Tuinendag“ (Tag der offenen Gärten) am 30. Juni werden darüber hinaus die Pforten von ca. 40 Privatgärten in der historischen Altstadt geöffnet.

Auszeichnung als besonders gesunde Stadt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Utrecht für seine zahlreichen Projekte zur Verbesserung der Gesundheit seiner Bürger Ende 2016 in das Gesunde-Städte-Netzwerk aufgenommen. Damit wird die Stadt für ihr Engagement hinsichtlich der Verbesserung der Lebensqualität geehrt. Überzeugend waren unter anderem die Installation von über 30 öffentlichen Wasserhähnen, der Anbau  städtischer Gemüsegärten, die Anschaffung umweltfreundlicher Roller – und natürlich der Bau des weltweit größten Fahrrad-Parkhauses.

Weitere Quellen:

https://www.besuch-utrecht.de/

https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Weltgroesstes_Fahrradparkhaus_in_Utrecht_von_Ector_Hoogstad_5374659.html

https://utopia.de/utrecht-fahrrad-parkhaus-niederlande-61214/