Kohlekraftwerk Moorburg geht ans Netz

Am vergangenen Samstag ist das Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg nach einjähriger Testphase ans Netz gegangen. Klimaschützer trauern um den Klimaschutz und beklagen die negativen Seiten des neuen Kraftwerks.

von Matthias Epkes
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Datum: 11.11.2015 13:49

Seit 2007 befand sich das Kraftwerk Moorburg des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall im Bau. Nun ging eines der beiden Kraftwerksblöcke im Süden des Hamburger Stadtgebietes nach über einem Jahr Testbetrieb mit einer Leistung von über 800 Megawatt (MW) in Betrieb. Mit der Inbetriebnahme des zweiten Blocks im Frühjahr dieses Jahres wird das Kraftwerk dann eine Leistung von bis zu 1700 MW erbringen können. Damit ist die Leistung sogar doppelt so hoch als sie von Vattenfall ursprünglich geplant war. Nach Aussage des BUND zeigt sich dafür vor allem der Hamburger Senat unter der damaligen Führung der CDU-Regierung mit Bürgermeister Ole von Beust (CDU) verantwortlich.

Breiter Protest gegen Kohlekraftwerk scheitert


Der BUND hatte schon früh Klage gegen den Kraftwerksbau eingelegt, wurde allerdings abgewiesen, da Bedenken zum Klimaschutz bei einem Kraftwerksbau keine Rolle spielen. Dennoch formierte sich eine breite und starke Protestbewegung, die aber den Bau nicht stoppen konnte. Die Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks sei für den BUND ein „schwarzer Tag für den Klimaschutz“.

Die Umweltschützer kritisieren vor allem den gewaltigen Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO2). Die Moorburger Anlage bläst im normalen Betrieb 8-9 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr in die Hamburger Luft. Zudem kostet der Kraftwerksneubau bis zu drei Milliarden Euro. Die Protestbewegung sieht es in Zeiten der Energiewende und den fortschreitenden Ausbau von erneuerbaren Energien als widersprüchlich an, dieses Vermögen nicht besser hierfür zu nutzen.

Immerhin konnte die Nutzung des Wassers aus der Süderelbe vorerst verhindert werden. Das Hamburger Oberverwaltungsgericht hatte dem BUND darin Recht gegeben, dass der Fluss schützenswert sei. Somit müsste Vattenfall zur Kühlung seiner Anlage auf einen Hybridkühlturm zurückgreifen. Der Konzern und auch die Stadt Hamburg haben Revision beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Eine Entscheidung wird noch in diesem Jahr erwartet.

Quellen:
BUND Hamburg
Spiegel
Hamburger Abendblatt