Spitzenreiter Deutschland: Qualität der Stromversorgung bleibt hoch

Deutscher Strom fließt zuverlässig – zu diesem Schluss kommt die Bundesnetzagentur in ihrem Bericht zur Stromversorgungsqualität in Deutschland. Lediglich 12,7 Minuten fiel 2015 im Durchschnitt der Strom aus. Damit schneidet Deutschland auch im internationalen Vergleich gut ab.

von Katharina Korczok
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Datum: 01.12.2016 17:42

Hinter Luxemburg, Dänemark und der Schweiz gehört Deutschland zu den Spitzenreitern in Sachen Versorgungsqualität. Seit 2006 erstmals Daten zu Stromausfällen bundesweit erfasst wurden, steigt die Versorgungsqualität. Damals belief sich die durchschnittliche Dauer von Ausfällen auf über 20 Minuten. Zwar nahm die Durchschnittszeit der Störungen im Vergleich zum Vorjahr um 25 Sekunden zu, dies sei jedoch auf wetterbedingte Ereignisse wie Stürme und Hitzewellen zurückzuführen, erklärt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Die Zahlen zeigen, dass die Energiewende keinen negativen Einfluss auf die Versorgungssicherheit in Deutschland nimmt. Zwischen 2006 und 2015 stieg der Anteil an erneuerbaren Energien um fast 20 Prozent.

Im europäischen Vergleich schwächeln insbesondere neuere EU-Mitgliedsstaaten aus Osteuropa. Schlusslicht ist Lettland, wo Verbraucher jährlich mehr als 10 Stunden ohne Strom auskommen müssen. In Frankreich, Großbritannien und Spanien liegt der Ausfallwert von etwa einer Stunde im Jahr jedoch ebenfalls deutlich über dem deutschen Verhältnis. Ein Blick auf die USA zeigt noch gravierendere Unterschiede. Dort ist die Versorgung mit einem durchschnittlichen Stromausfall von 228 Minuten deutlich unzuverlässiger.

Generell beeinflussen wirtschaftliche Faktoren wie Investitionen und Nachfrage sowie technische Bedingungen wie Technologien und dezentrale Energieversorgung die Versorgungssicherheit. Auch externe Umstände wie extreme Wetterlagen oder Naturkatastrophen können Auswirkungen auf die Energieversorgung haben.

Quellen:
cleanenergywire.org
econ.cam.ac.uk
Bundesnetzagentur
eurelectric.org