5,3 Billionen Dollar Subventionen für fossile Energien

Eine Studie des IWF verdeutlicht, warum fossile Energien noch immer wachsen. Sie werden mit rund 5,3 Billionen US-Dollar jedes Jahr von der Staatengemeinschaft subventioniert.

von Bente Löhndorf
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Datum: 11.11.2015 14:10

Obwohl immer mehr Staaten CO2-Einsparpläne vorlegen, werden die fossilen Energien in diesem Jahr weltweit mit rund 5,3 Billionen US-Dollar (4,7 Billionen Euro) subventioniert. Das entspricht 6,5 Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes (BIP). Allein in den G20-Ländern mit größten Volkswirtschaften werden die fossilen Energien jedes Jahr mit 1000 US-Dollar (900 Euro) pro Kopf gefördert. Damit seien die Subventionen "dramatisch viel höher als bislang gedacht", erklärte der Internationale Währungsfonds, von dem die Zahlen stammen.

Bei der Studie wertet der IWF nicht nur direkte Hilfen, Steuererleichterungen und Befreiungen von Abgaben als Subventionierung, sondern darüber hinaus auch indirekte Gelder. Dau zählen beispielsweise Umwelt- und Gesundheitskosten, die durch die Nutzung fossiler Brennstoffe entstehen, aber nicht in die Verbraucherpreise eingehen. Konkret geht es dabei um Gesundheitskosten durch die Luftverschmutzung aus Kohlekraftwerken und die Folgekosten des Klimawandels.

In absoluten Zahlen liegt China bei den Subventionen vorn, gefolgt von den USA, Russland, Indien und Japan. In Relation zum BIP nehmen die Ukraine, Bosnien, Serbien und Bulgarien die Spitzenplätze ein. Für Deutschland beziffert die Studie des IWF die Höhe der Subventionen 2015 auf 50,7 Milliarden Euro. Das entspricht 623 Euro pro Kopf. Rund drei Viertel der Fördergelder entfallen auf die Kohle-Industrie. Schon im Mai hatte die Internationale Energieagentur (IEA) Deutschland zu den größten Unterstützern von Exporten für die Kohle-Industrie gezählt. Zwischen 2007 und 2014 sollen Subventionen in Höhe von rund 6,8 Milliarden US-Dollar (6,2 Milliarden Euro) geflossen sein. Damit belegt Deutschland den vierten Platz im Ländervergleich. Ein Ende der Unterstützung von Kohleverstromung ist hierzulande nicht absehbar.

Auch im globalen Maßstab heimst die Kohleindustrie den größten Anteil der fossilen Subventionen ein. Die ist vor allem auf die hohen Umwelt- und Gesundheitskosten zurückzuführen, die nicht in den Strompreis eingehen. Zudem wird Kohle unter den Energieträgern mit den geringsten Verbrauchssteuern belastet.

Schon bei der Veröffentlichung des ersten Studienberichts im März hatte der IWF gefordert, die Fossil-Subventionen drastisch zu kürzen, wenn nicht ganz einzustellen, um den Ausstoß der Treibhausgase zu reduzieren. Die aktuellen Einsparziele für CO2 würden nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Große Hoffnungen liegen daher auf dem UN-Klimagipfel, der Ende des Jahres in Paris stattfinden wird. Würde die Staatengemeinschaft sich darauf einigen, beim Ausstoß von Treibhausgasen bereits 2020 den Höhepunkt zu erreichen, könnten Wind, Sonne und Wasserkraft schon in 15 Jahren weltweit Kohle und Öl als wichtigste Energiequellen bei der Stromerzeugung ablösen.

Quellen:
klimaretter.info
Spiegel
klimaretter.info
theguardian.com