Amerika, Fracking und Clean Coal: Was genau steckt hinter Trumps Plänen?

Der derzeitige „President-elect“ der USA erklärte diese Woche in seinem 100-Tage-Plan unter anderem, alle Beschränkungen für die Energie-Branche aufzuheben, die auf Kosten von Jobs und Produktivität gingen. Er nannte dabei explizit die Bereiche Fracking und Clean Coal mit dem Hinweis: „Das ist es, was wir wollen, darauf haben wir gewartet". Doch worauf genau haben sie gewartet, die Amerikaner? Was genau ist Fracking und viel wichtiger, kann Kohle wirklich sauber sein?

von Christina Schröder
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Datum: 25.11.2016 12:19

Unabhängig von der Tatsache, dass Trump einem Amerika wieder Arbeit verschaffen möchte, das mit einer Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent als vollbeschäftigt gilt, ist seine Ausdrucksweise zu den Energiethemen nicht besonders eindeutig. Welche Einschränkungen er genau abschaffen möchte, sagt der Republikaner nämlich nicht. Es lässt aber vermuten, dass trotz voriger anderer Pläne der USA die Förderung von sogenannter Clean Coal unter ihm nun doch weiterlaufen wird. Saubere Kohle – das klingt alleine sehr vielversprechend, doch ist sie es auch tatsächlich?

Clean Coal: Methode zur Verhinderung von Co2-Ausschüttung


Als Clean Coal wird eine Förderungsmaßnahme bezeichnet, bei der in Kohlekraftwerken der Ausstoß von umweltschädlichen Stoffen (Kohlendioxid) beim Verbrennen von Kohle verhindert werden soll. Diese sollen abgespalten und nicht in die Atmosphäre freigesetzt werden. Klingt erstmal fantastisch. Doch das Einfangen und Lagern von CO2 ist sehr aufwendig und derartig teuer, dass Kraftwerksbetreiber das Unterfangen im großen Stil nicht umsetzen könnten. In Deutschland sind aufgrund des großen Kostenaufwands bereits viele solcher Projekte auf Eis gelegt worden.
Kritiker führen weiterhin an, dass fossile Kohlekraftwerke die Clean Coal Technologie als Vorwand nutzen, weiter in Betrieb bleiben zu können, um ihren klimaschädlichen Strom zu verkaufen.

Fracking: umstrittene Fördermethode für Erdgas


Auch das Fracking zur Gasförderung ist ein umstrittenes Thema. Durch ein neues Gesetz ist die Methode des konventionellen Frackings (in Sandstein) in Deutschland seit Juni nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Unkonventionelles Fracking zur Förderung von Schiefergas, wie es vor allem in den USA betrieben wird, ist durch das neue Gesetz weitgehend verboten. Beim Fracking wird unter hohem Druck und Einsatz von Chemikalien Gas aus tiefen Gesteinsschichten gewonnen. Gegner befürchten, dass durch den Chemikalieneinsatz und die Entsorgung des anfallenden Abwassers Grundwasser Verunreinigung wird. Außerdem ist das Investment beim Fracking unsicher. Forscher aus Austin kamen bislang zu dem Ergebnis, schon 2020 der Höhepunkt der Erdgasproduktion erreicht sein wird. Danach soll es bergab gehen.

Nach Trumps bisherigen Aussagen, sind ihm die Konsequenzen der Methoden wahrscheinlich relativ egal. Es wird sich zeigen, welche Einschränkungen er beim Fracking und Clean Coal abschaffen möchte. Aber der Klimaschutz wird in den USA unter Trumps Präsidentschaft wohl eher Nebensache bleiben.

Quellen:
heise.de
heise.de
heise.de
heise.de
Washington Post
N-TV
Wirtschaftswoche
FOCUS