Weltklimagipfel Marrakesch: Trumps Sieg und die internationale Klimapolitik

Seit gestern tagt der 22. UN-Klimagipfel in Marrakesch. In Marokko sollen nun endlich die Visionen vom Weltklimagipfel in Paris 2015 ausgearbeitet werden. Unter anderem geht es darum, die Klimaziele von Industriestaaten und Entwicklungsländern auf Dauer auf eine Ebene bringen oder arme Staaten bei der Anpassung an die Folgen der Erderwärmung zu unterstützen.

von Christina Schröder
News

Datum: 09.11.2016 14:24

Nach nicht einmal einem Jahr haben genügend Länder das Pariser Abkommen – welches als Meilenstein gilt - unterzeichnet, so dass dieses vertraglich am 4. November 2016 in Kraft treten konnte.

Warum das Tempo beim Vertragsabschluss?


Schon im Hinblick auf die US-Wahlen wurde ein enormes Tempo zu den Verhandlungen des Pariser Vertrags vorgelegt. Als Ansporn diente die mögliche und jetzt feststehende Präsidentschaft von Donald Trump. Der 45. US-Präsident ist gegen die Stimmen der Beschlüsse von Paris 2015, vielmehr noch leugnet er schlichtweg den Klimawandel. Er möchte die sterbende Kohleindustrie in Amerika aufpäppeln, auch wenn Weltmarktpreise und Umweltschutzauflagen dagegensprechen.
Bevor sich das neue amerikanische Oberhaupt also darum bemühen konnte, sich dem Abschluss des Abkommens entgegenzustellen, wurde der Pariser Vertrag bereits vor den US-Wahlen wirksam.

Was bedeutet Trump für die internationale Klimapolitik?


Während Hilary Clinton die erneuerbaren Energien zu einem großen Thema ihres Wahlkampfes machte, erklärte Trump Treibhausgase und Klimawandel für die Erfindung einer Lobby, um Länder wie China zu begünstigen. „Ein starker ‚Wandel‘ des Klimas ist nichts Neues. Ich glaube nur schlicht nicht, dass sie vom Menschen verursacht werden“, heißt es in seinem Buch „Great Again!“.
Trump kündigte bereits an, den Energieplan Obamas innerhalb seiner ersten Amtstage zu entkräften. Mit der Mehrheit der Republikaner im Senat würde das keine Schwierigkeit für ihn darstellen. Im Falle des Pariser Vertrags und seines frühen Inkrafttretens kann Donald Trump jedoch nicht so leicht vom Abkommen zurücktreten. Allerdings kann er geforderte Handlungen weitgehend ignorieren.

Dennoch sollten wir laut des niederländischen Ecofys Manager Kees van der Leun nicht verzweifeln. Der Energieexperte twitterte eine Statistik die aufzeigt, dass das Pariser Abkommen auch ohne Amerika über ausreichende Ratifikationen verfügt: 102 Länder mit 55,5% der weltweiten Emissionen. Die direkten Auswirkungen auf Europa im Hinblick auf den Klimaschutz werden wahrscheinlich klein ausfallen, da sich die EU bereits vor Trumps Wahl für die Entkarbonisierung und sinkende Treibhausgasemissionen engagiert hat.
In Marrakesch wird die Wahl zunächst kein Thema sein. Es wird sich auf die Ausarbeitung der Punkte des Vertrages konzentriert. Es bleibt abzuwarten, wie sich der neue Präsident verhalten wird.

Quellen:
epochtimes.de
Twitter
euractiv.com
tz.de
boell.de
morgenpost.de