Ökostrom: Auf das richtige Zertifikat achten

Die Bezeichnung Ökostrom hält leider nicht immer das, was sie verspricht. Wir informieren, bei welchen Qualitätssiegeln Sie sicher sein können, dass Ihr Geld in regenerative Energien investiert wird.

Ökostrom: Auf das richtige Zertifikat achten

Erneuerbare Energien haben in den letzten Jahren Politik und den Energiemarkt gleichermaßen kontrovers beschäftigt. Spätestens nach den einschneidenden Ereignissen von Fukushima in 2011 kommen immer mehr Verbraucher zu der Einsicht, dass der Strom nicht einfach so aus der Steckdose kommt. Die Zahl an Ökostrom-Angeboten für umweltbewusste Konsumenten ist dementsprechend rasant angestiegen. Doch in der Fülle an „grünen“ Angeboten verstecken sich viele Mogelpakete. Wer sich einigermaßen sicher sein will, 100-prozentigen Ökostrom zu beziehen, der muss sich an ordentlich zertifizierten Produkten orientieren.

Eine Zertifizierung gilt derzeit als die einzige Lösung, den Ökostrommarkt transparenter zu gestalten und Garantien für die Produktqualität zu geben. Es handelt sich dabei um Qualitätssiegel für Tarife auf dem Ökostrommarkt. Diese werden durch unabhängige Gutachter erstellt. Beurteilt werden lediglich die betreffenden Produkte und nicht die jeweiligen Unternehmen.

Zertifikate: Nicht jedes Siegel hat die gleiche Qualität

Die Verteilung dieser Gütesiegel ist von der Zusammensetzung des Stroms abhängig. Als Hauptkriterium gilt dabei der prozentuale Anteil an regenerativen Energieträgern. Neben dem Strommix wird außerdem die Investition der Ökostromanbieter in Erforschung und Ausbau von regenerativen Energieträgern sowie Bau bzw. Erhalt der entsprechenden Anlagen bescheinigt.

Solche Siegel gibt es auf dem Markt derzeit einige, doch nicht jede Auszeichnung bürgt für die gleiche Qualität. Für Verbraucher, die nach 100-prozentigen Ökostrom-Angeboten suchen hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zwei Ökostromzertifikate anerkannt: das Gütesiegel ok-power und das "Grüner Strom-Label". Das dritte wichtige Gütesiegel mit einem hohen Bekanntheitsgrad ist das TÜV-Zertifikat. Das Energieverbraucherportal hat sich dieser Empfehlung verschrieben und kennzeichnet Produkte mit diesen Siegeln in besonderer Weise.

Das ok-power-Label

Das ok-power-Label soll dem Verbraucher Aufschluss über die Herkunft seines Stroms garantieren. Das Gütesiegel wird von Energie-Vision vergeben, einem Verein zur Förderung von Nachhaltigkeit und Markttransparenz in der Energiewirtschaft. Das Label arbeitet mit einem Zuschussmodell: Wer sich für ein Produkt des zertifizierten Anbieters entscheidet, zahlt pro Kilowattstunde (kWh) einen bestimmten Aufpreis. Dieses Geld wird für den Neubau von REG-Anlagen (Anlagen, mit denen regenerativer Strom erzeugt wird) verwendet. Die Vergabekriterien für das ok-power-Label sind streng: Ihr Schwerpunkt liegt auf der Garantie, dass die zertifizierten Stromprodukte wirklich zur Entlastung der Umwelt beitragen.

Das Grüner Strom-Label

Das Gütesiegel Grüner Strom-Label wird vergeben vom Verein "Grüner Strom Label e.V.". Das Label funktioniert ähnlich wie das Zuschussmodell ok-power: Es bietet die Sicherheit, dass der Aufpreis tatsächlich für die Weiterentwicklung und den Neubau von Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom verwendet wird. Darüber hinaus verpflichtet das Siegel die Anbieter dazu, jährlich mindestens 1.000 Megawattstunden Ökostrom ins Netz einzuspeisen.

Mit der Auszeichnung des "Grüner Strom-Labels" sind bundesweit bisher etwa 120 Energieversorger als klimafreundlich anerkannt worden. Problematisch bei diesem Zertifikat ist die Unterteilung in ein Goldenes (100% Ökostrom) und ein Silbernes Label (50% Ökostrom).

TÜV Zertifikat

Das TÜV Zertifikat wird an Energieversorger verliehen, die ihren Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen. Die betreffenden Unternehmen müssen für die Vergabe bestimmte Kriterien erfüllen. So muss der bereitgestellte Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Das TÜV Zertifikat erlaubt allerdings, dass maximal 50 Prozent des Stroms aus umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen stammen, die den Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) unterliegen. In Deutschland wird z. B. Grubengas als erneuerbarer Energieträger akzeptiert.

Quellen:
http://www.ok-power.de/home.html
http://www.gruenerstromlabel.de/
http://www.tuev-nord.de/de/klimaschutz/oekostrom-1645.htm