Strompreis: Bundesrat unterstützt bundesweit einheitliche Netzentgelte

Auf Drängen der neuen Länder empfiehlt der Bundesrat der Regierung einheitliche Netzentgelte zu veranlassen. Ein Vorschlag der die Benachteiligung von Verbrauchern in den neuen Ländern beenden würde.

von Katharina Korczok
News

Datum: 16.03.2017 16:35

Energie kostet im Osten Deutschlands mehr als im Westen. Ausgehend von unterschiedlichen Netzentgelten variieren die Preise für Verbraucher abhängig von Investitionen in die Netzstruktur, Bevölkerungsdichte und Netzeingriffen. In Ostdeutschland sowie in ländlichen Regionen bedingen der notwendige Ausbau der Netzstruktur, eine geringe Unternehmensanzahl sowie ein großer Anteil an schwankungsanfälligen erneuerbaren Energien in Form von Windparks höhere Preise als im Westen Deutschlands. Auch die fehlende Nord-Süd Stromtrasse trägt zu einer Verteuerung im Osten bei. Bei Spitzen und Flauten zwingt der mangelnde Südlink Betreiber Stromleistungen kostspielig zu regulieren. Der Westen profitiert dagegen von einem gut ausgebauten, modernen Stromnetz bei einem geringeren Anteil an Erneuerbaren Energien. Das Ergebnis ist ein Preis, der für Ost- und Westdeutsche Stromkunden mit bis zu 1,5 Cent pro Kilowattstunde immer weiter auseinanderdriftet. Eine vierköpfige Familie zahlt in Sachsen jährlich 140 Euro mehr als in NRW.

Energiewende zahlen ihre Vorreiter


„Es kann nicht sein, dass einerseits der Ausbau der erneuerbaren Energien gefordert und gefördert werden. Andererseits Regionen, vor allem im Osten Deutschlands, die beim Ausbau vorangehen, dafür mit höheren Netzentgelten bestraft werden. Die Energiewende ist eine gesamtdeutsche Aufgabe, die nicht zu Lasten der Verbraucher und Wirtschaft im Osten gehen darf“, sagt Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig. Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen stellten Anträge für einheitliche Übertragungsnetzentgelte. Die Initiative liegt jetzt bei der Bundesregierung. Diese hatte versprochen diesen Herbst einen regionalen Ausgleich der Stromnetzentgelte zu verabschieden.

Quelle:
energate-messenger.de
medienservice.sachsen.de
Spiegel
energate-messenger.de