Photovoltaik: Solarteppich macht Fahrbahn zum Stromproduzenten

Energie von der Straße – schon in der Testphase, bergen Solarzellen auf Verkehrsstraßen ein enormes Energiepotenzial. Vor allem zur Stromversorgung von Elektroautos könnte der Solarbelag auf der Fahrbahn dienen.

von Katharina Korczok
News

Datum: 02.02.2017 18:01

In Frankreich fahren seit Ende 2016 erstmals Autos auf einem Kilometer Solarteppich in der Normandie. Der Teststreifen soll nicht der Einzige bleiben. Insgesamt 2800 m² Solarfläche umfasst der Straßenabschnitt und ist so in der Lage den anliegenden 5000-Einwohner-Ort Tourouvre mit Energie für die Straßenbeleuchtung auszustatten. Der Teststreifen ist der Startschuss für den Ausbau von stromerzeugenden Straßen in ganz Frankreich. In der Bretagne und in Marseille sollen bald die nächsten Strecken folgen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre plant Frankreichs Energieministerin Sélène Royal, 1000 Kilometer Straße mit Solarmodulen auszustatten.

Die Idee, Solaranlagen auf Straßen zu installieren, stammt jedoch nicht aus Frankreich. Bereits 2009 präsentierte ein amerikanisches Startup das Konzept der Solarstraße als Lösung für das Platzproblem erneuerbarer Energien. Anstatt unberührte Flächen durch Solarzellen oder Windräder zu zerstören, bietet sich das Straßennetz als bereits vorhandene Alternative.

Radeln auf Solarwegen: Die Niederlande machen es vor


Erstmals zum öffentlichen Einsatz kam ein Prototyp in den Niederlanden. Seit 2014 nutzen Fahrradfahrer und Fußgänger im kleinen Dorf Krommenie einen 70 Meter langen Solar-Radweg. Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Wegabschnitt kaum von herkömmlichen Asphaltstraßen. Nur bei genauerem Hinschauen sieht man die einzelnen Solarpanels durchschimmern. Diese wurden von den Entwicklern in Betonplatten integriert. Befahrbar ist die Strecke dank einer stabilen und rutschfesten Glasplatte, die die Technik vor Schäden schützt. Die Leistung des Projektes übertrifft in der Praxis sogar die Erwartungen der Ingenieure. Die Herausforderung für die Entwickler lag jedoch weniger in der Technik, als vielmehr im Material. Rutschfest, wetterbeständig und robust müssen die einzelnen Module sein, um im Straßenverkehr zu bestehen.

Auch in Deutschland forscht die RWTH Aachen mit dem Startup Solmove an einer Lösung für deutsche Straßen. Dieses Jahr noch soll eine 150 Meter lange Teststrecke bei Köln installiert werden.

Quellen:
FAZ
FOCUS
bundesregierung.de
Spiegel
solmove.com
BBC
wiwo.de
sciencealert.com