Verbraucherthemen

Energiepreise steigen weiterhin an

Eine Konstante in Krisenzeiten: Zumindest auf die Entwicklung der Energiepreise kann man sich aktuell noch verlassen. Diese sind laut einer Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes gestiegen – für einige sogar recht deutlich. Größere Unterschiede gibt es auch bei unterschiedlichen Verbrauchswerten.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat in einer Pressemitteilung mitgeteilt, dass die Strom- und Gaspreise sowohl für Haushalte als auch Nicht-Haushalte (Unternehmen und Behörden) im 1. Halbjahr des Jahres 2020 gestiegen sind. Im Vergleich zum 2. Halbjahr des vergangenen Jahres stiegen die Gaspreise um 2,7%, die Strompreise sogar um 6,8%. Durchschnittlich zahlen die Haushalte 31,94 Cent pro Kilowattstunde Strom, bei Gas 5,99 Cent je Kilowattstunde.

Strompreise steigen – Große Unterschiede bei Verbrauchszahlen

Als Gründe für den neuerlichen Anstieg nennt die Behörde die höheren Netzentgelte sowie höhere Kosten für Energie und Vertrieb. Deutliche Unterschiede bei den Strompreisen bestehen, wenn der jeweilige Jahresverbrauch schwankt. Haushalte, die weniger als 1.000 Kilowattstunden verbrauchen, müssen im Schnitt 47,52 Cent bezahlen, während ein Verbrauch ab 15.000 Kilowattstunden nur noch 25,79 Cent pro Kilowattstunde kostet. Zur Einordnung: Ein durchschnittlicher 4-Personen-Haushalt hat einen jährlichen Verbrauch von etwa 4.000 Kilowattstunden. Ganz ähnlich zeichnet sich das Bild bei den Gaspreisen, die laut Destatis ebenfalls aufgrund von Netzentgelten und Kosten für Energie und Vertrieb anstiegen. Von einem geringeren Preisanstieg profitierten vor allem Kunden, deren Jahresverbrauch 200 Gigajoule im Jahr überschreitet.

Bei der durch das Konjunkturprogramm der Bundesregierung gesunkenen Mehrwertsteuer profitieren nur 13% der Kunden bei Strom bzw. 8% bei Gas rückwirkend. Zwar gab das Amt keine Begründung hierfür an, allerdings könnte es mit der steuer- und vertragsrechtlichen Abwicklung zusammenhängen, wie es der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) angibt. Diese Umstellung stelle die Unternehmen vor besondere Herausforderungen.

Großkunden profitieren als einziges beim Strompreis

Nicht-Haushaltskunden zahlen insgesamt einen geringeren Strompreis, allerdings stieg auch dieser im Vergleich zum vorherigen Halbjahreszeitraum deutlich an. Die einzige Verbrauchsgruppe, die von einem deutlichen Preisverfall profitierten waren Kunden mit einem Jahresverbrauch von über 150 Gigawattstunden.

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