Verbraucherthemen

Corona-Pandemie: Appell an Versorger zum Aussetzen von Energiesperren

Die Corona-Pandemie sorgt in so gut wie allen Bereichen unseres Lebens für Einschränkungen. Viele bemerken bereits jetzt die finanziellen Folgen der Krise – vor allem an der eigenen Geldbörse. Die Verbraucherzentrale bittet daher vor allem Energieversorger um Nachsicht bei säumigen Kunden.

Corona: Verbraucherzentrale NRW appelliert an Energieversorger

Zurzeit werden alle Bürger dazu angehalten zu Hause zu bleiben. Da bleibt es beispielswiese nicht aus, dass auch vermehrt technische Geräte genutzt werden, die Strom verbrauchen. Daher appellierte am Dienstag Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, an die Energieversorger, Stromsperren für die Dauer der Corona-Epidemie auszusetzen. „In Zeiten, in denen der Einzelne aufgefordert ist, überwiegend zuhause zu bleiben, und Hygiene das A und O ist, halten wir eine Energiesperre für unverhältnismäßig.“ Der Appell der Verbraucherzentrale richtet sich ebenso an Gas- und Wasserversorger.

Möglichen säumigen Kunden raten die Verbraucherschützer, sich frühzeitig mit dem eigenen Versorger in Verbindung zu setzen, um gemeinsam eine Lösung finden zu können.

Stromsperren drohen Kunden nicht sofort

Wenn Kunden ihren Strom nicht bezahlen können, ist nicht sofort der Strom weg. In der Regel wird Kunden zunächst eine Mahnung zugeschickt. Allerdings erhalten sie meist zeitnah auch eine Sperrandrohung. Frühestens vier Wochen nach dieser Sperrandrohung kann der Strom endgültig abgestellt werden. Allerdings ist eine Sperrung in der Grundversorgung erst ab einem Zahlungsverzug von 100 Euro möglich. Eine Sperrung kann dem Kunden in Rechnung gestellt werden. In der Regel variiert die Höhe der Sperrung zwischen Stromlieferanten und Netzbetreibern.

Laut Bundesnetzagentur waren im Jahre 2018 insgesamt 296.000 Haushalte bzw. Letztverbraucheranschlüsse von Stromsperren betroffen, was einem Anteil von 0,6% an allen Anschlüssen entspricht. Erfreulich ist, dass die Stromsperren insgesamt abnehmen und seit Beginn der Erhebung 2011 den niedrigsten Wert erreicht haben. Dennoch muss betont werden, dass viele Millionen Haushalte auch heute noch bei der Zahlung ihrer Energiekosten in Schwierigkeiten kommen. In der aktuellen Krise dürfte sich die Situation nicht gerade verbessern.

Weitere Quelle:
Zahlen der Bundesnetzagentur zu Stromsperren in Deutschland

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