Verbraucherthemen

Stromverbrauch messen mit Smart Metern

Die Einführung von intelligenten Strommesssystemen, sogenannten „Smart Metern“, soll für die Digitalisierung der Energiewende in Deutschland sorgen. Wenn Unternehmen und Privathaushalte möglichst genau über ihren Stromverbrauch informiert sind, können sie die von ihnen benötigte Energie effizienter nutzen und von günstigeren Tarifen profitieren.

Smart Meter, die in den nächsten Jahren den analogen Stromzähler ersetzen sollen, sollten dabei nicht mit simplen digitalen Geräten zur Messung der Verbrauchswerte verwechselt werden. Ein Smart Meter ist ein elektronischer Zähler mit erweiterten Funktionen, der zur Messung von Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserverbräuchen eingesetzt wird. Das Gerät übermittelt Informationen über den Energieverbrauch in Echtzeit an den Energieversorger. Im Gegensatz zu analogen Messgeräten, erfassen Smart Meter den tatsächlichen Energieverbrauch sowie die Nutzungsdauer. Je nach Zählermodell lassen sich die Daten entweder direkt auf dem Display am Zähler ablesen oder über ein Online-Portal des Energieversorgers abrufen. Die Energieanbieter können per Fernauslesung den individuellen Verbrauch ihrer Kunden messen und dazu passende Tarifangebote anbieten.

Intelligente Messsysteme begünstigen die Nutzung erneuerbarer Energien

Smart Meter sind gerade dann sinnvoll, wenn der Anteil an erneuerbaren Energien weiter steigt und vom Kunden nutzbar ist. Dadurch lassen sich die Versorgungsnetze flexibel steuern und Kraftwerksreserven gezielt einsetzen. Denn wenn zeit- und ortsgenau nur so viel Energie zur Verfügung gestellt wird wie benötigt, lässt sich ein Energieversorgungsnetz am effektivsten gestalten. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sollen in Zukunft Stromerzeuger und -verbraucher über ein intelligentes Netz (Smart Grid) miteinander verknüpft werden und digital kommunizieren. Der Bundestag hatte bereits im August 2016 das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) beschlossen. Das Ziel des Gesetzes sei der Aufbau der modernen Infrastruktur für die Energiewende. Mit der Einführung von den intelligenten Messsystemen muss nun gleichzeitig besonders auf den Datenschutz geachtet werden. Daher schreibt der Gesetzgeber hohe Sicherheitsanforderungen vor, die das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) überwacht.

Smart Meter: Vorteile für Verbraucher

Seit 2010 ist jeder Energiekunde berechtigt, einen Smart Meter installiert zu bekommen. Dafür ist der jeweilige Stromversorger und Messstellenbetreiber zuständig. Die Kosten trägt in der Regel der Kunde selbst. Manchmal besteht die Möglichkeit, den Smart Meter zusammen mit einem bestimmten Stromtarif zu erhalten. Vorteilhaft für Stromkunden ist die von den intelligenten Messsystemen geschaffene Transparenz: Der Stromverbrauch lässt sich genauer nachverfolgen, historische Stromverbräuche wie Tageswerte, Verbrauchsverhalten sowie die Stromrechnung sind ebenso leichter nachzuvollziehen. Zudem werden Anreize zum Stromsparen geschaffen, da das individuelle Verbrauchsverhalten dem Kunden dargestellt wird. Aufgrund der automatischen Übermittlung der Verbrauchsdaten an den Versorger ist kein Ablesedienst mehr nötig, was auch Zeit und Geld spart. Die Stromabrechung erfolgt ohne Abschlagzahlung und Nachzahlungen, da ausschließlich der tatsächlichen Stromverbrauch der Rechnung zugrunde liegt. Es ist außerdem praktisch, über eine entsprechende App alle Verbräuche messen und analysieren zu können. Intelligente Messsysteme stellen die Energiewende sicher, denn sie stimmen die Erzeugung und den Verbrauch aufeinander ab. Mit ihnen könnte der Netzbetreiber auch das Stromnetz besser auslasten, bespielweise wenn viele Elektroautos gleichzeitig geladen werden.

Für wen ist der Einbau von Smart Meter verpflichtend?

Die Bundesregierung hat für den Einbau von intelligenten Messsystemen drei verschiede Varianten ausgearbeitet: den verpflichtenden, den optionalen und den freiwilligen Einbau. Gesetzlich verpflichtend ist der Einbau von Smart Metern für größere Stromverbraucher bzw. -erzeuger, weil sie maßgeblich das Stromnetz beeinflussen. Für Privathaushalte mit einem jährlichen Stromverbrauch ab 6.000 Kilowattstunden ist ebenfalls die Installation von Smart Metern vorgesehen, wenn beispielsweise ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe versorgt werden. Ein Durchschnittshaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch unter 6.000 Kilowattstunden darf selbst über den Einbau entscheiden. Daher sind für die meisten Haushalte Smart Meter aktuell nicht verpflichtend. Der durchschnittliche Stromverbrauch eines 4-Personen-Haushalts liegt bei jährlich 5.000 Kilowattstunden.

Smart Meter: Kritik & Nachteile

Stadtwerke und Kommunen sind sich nicht einig, wie mit dem Einbau von intelligenten Stromzählern für Haushalte umgegangen wird. Einige haben Zweifel, dass ihre Stromkunden die Kosten durch einen niedrigeren Verbrauch einsparen können. Denn die Aufwendungen für Installation und Betrieb eines Smart Meters übersteigt in der Regel die Einsparungen. Außerdem stellt für viele Verbraucher die Datenerfassung ein Problem dar: Der Anbieter erhält sehr detaillierte Daten zum Nutzungsverhalten seiner Stromkunden. Abgesehen davon, dass die Daten anonym und nur an berechtigte Empfänger versendet werden, sind dennoch viele Stromkunden verunsichert.

Quellen:
Sammlung des BMWI zum Thema Smart Meter
Meldung von Heise
Artikel von RESET – Digital for Good

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