Investoren als Antreiber der Energiewende

Die Energiewende beschäftigt auch zahlungskräftige Finanzinvestoren. Trotz Schwierigkeiten setzen sie auf den Ausbau von regenerativen Energien. Beste Beispiel hierfür sind die aktuellen Bestrebungen von Allianz und Blackstone.

von Matthias Epkes
News

Datum: 17.12.2014 12:23

Dass Finanzinvestoren immer mehr Interesse an der Energiewende haben, zeigt sich bei vielen Projekten. Die Allianz Capital Partners (ACP), eine Tochterfirma des Versicherers Allianz, hat nun bekanntgegeben, dass man innerhalb von drei Jahren drei Milliarden Euro investieren möchte. Derzeit habe man bereits zwei Milliarden an Investitionen in Deutschland, Frankreich, Italien und Schweden getätigt. Für die ACP ist das Engagement allerdings nicht neu. Bereits seit 2005 unterstützt die Firma zahlreiche Wind- und Solarparks. Als Grund gibt die Firma an, dass das Wachstumspotential in diesem Bereich langfristig positiv ist.

Erster aus privater Hand finanzierter Offshore-Windpark eröffnet


Kürzlich wurde in der Nordsee der Windpark Meerwind-Südost eröffnet. Damit wurde der erste Windpark eröffnet, der komplett aus privater Hand finanziert worden ist. Verantwortlich zeichnet sich hierbei der US-Investor Blackstone. Das 1,3 Millionen Euro teure Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Windkraftbauer WindMW GmbH aus Bremerhaven realisiert und kann bei Bedarf 360.000 Haushalte mit Strom versorgen. Blackstone gibt an, dass man sich über weitere Projekte in Deutschland Gedanken mache.

Windparks mit großen Potenzial


Im Juni 2014 waren bislang 628 Megawatt (MW) Offshore-Windleistung am Netz. Bis 2030 sollen 15.000 MW durch Windenergieanlagen auf Übersee entstehen. Für weitere in Bau und Genehmigung befindliche Anlagen rechnet man mit ungefähr 40.000 MW Leistung. Viel Energie, die auch viel Geld benötigt. Vor allem große Energiekonzerne und Stadtwerke übernehmen die Kosten des Offshore-Ausbaus. Für Investoren sind Offshore-Anlagen, aber auch andere regenerative Energieprojekte, lukrativ, weil sie langfristig eine gute Perspektive bieten und darüber hinaus gut für das eigene Image sind.
Allerdings warnen Experten davor, dass Investitionen in Offshore-Windparks bald nicht mehr lohnen könnten. Neben technischen Schwierigkeiten plant Sigmar Gabriel (SPD) zu 2018 und 2019 die Vergütungen für eine Kilowattstunde zu senken. Dadurch würden sich Investitionen nicht mehr rechnen.

Quellen:
Allianz
Blackstone
Welt
Handelsblatt
Offshore-Windenergie.net