COP24: Globale Probleme lieber individuell klären

Das war sie also, die Klimakonferenz in Kattowitz. Was bleibt am Ende über? Immerhin wurden die Ergebnisse von verschiedenen Seiten als Fortschritt bewertet. Dennoch: Man darf von diesen Konferenzen nie zu viel erwarten. Zu viele Staaten – zu viele Regierungen – zu viele Interessen. Fangen wir lieber bei uns selber an.

von Matthias Epkes
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Datum: 17.12.2018 16:52

Am Ende blieben wieder nur vage Vorstellungen darüber, wie der Klimawandel zumindest eingedämmt werden soll. Dass man mittlerweile das Ziel von 1,5 Grad maximaler Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit aufgegeben hat und von 2 Grad redet, ist eigentlich eine Niederlage. Es gibt bereits diverse Meldungen darüber, was dieses halbe Grad mit der Flora und Fauna macht und welche klimatischen Auswirkungen es für den Menschen bringen kann und wird. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass sich die Staaten in einigen Jahren darauf verständigen, zumindest 2,5 Grad einzuhalten. Und so weiter.

Klimawandel: Gebt betroffenen Ländern mehr Macht

Man muss sich aber dennoch wundern, dass am Ende überhaupt ein Verhandlungsergebnis steht. Immerhin verhandeln 200 verschiedene Regierungen mit unterschiedlichen ökologischen und ökonomischen Interessen miteinander. Heraus kamen dabei zwei interessante Punkte. So soll es mehr Transparenz darüber geben, welche Länder wie viel an Emissionen ausstoßen. Es gibt zwar – wie immer – keine Strafzahlungen oder ähnliches, dafür sollen die Länder bei Umweltvergehen öffentlich angeprangert werden können. Ob das am Ende zieht, wird sich zeigen müssen. Außerdem werden nun Schäden und Verluste durch Klimakatastrophen besser erfasst, was den betroffenen Staaten helfen kann.

Gespräche wie im polnischen Kattowitz offenbaren immer auch die Schwierigkeit solcher Verhandlungen. Denn die Staaten, die am meisten unter dem Klimawandel leiden, scheinen nur eine geringe Stimme zu haben. Vor allem wenn Staaten wie die USA, Russland, Saudi-Arabien oder Brasilien als Quertreiber auftauchen. Man würde sich wünschen, dass die leidgeplagten Länder die Klimapolitik der Umweltsünder bestimmen würden.

Nicht tatenlos zusehen: Jede Person kann ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten

Die Menschheit muss sich derzeit wohl mit dem größten globalen Problem der Menschheitsgeschichte beschäftigen. Klimawandel zeigt auf unvergleichbarer Weise wie eng ein globales Problem mit dem individuellen Leben verbunden ist. Die Verhinderung der Klimaprobleme auf der Erde beginnt bereits im Leben und Handeln einzelner Menschen. Besonders bei uns, die wir in einem reichen, industrialisierten Land leben, liegt die Verantwortung im täglichen Konsum. Und es gibt jede Menge Möglichkeiten in allen Lebensbereichen nachhaltiger und bewusster zu leben. Das Schöne daran ist, dass vieles bereits direkt ab heute umsetzbar ist. Nur ein Hinweis an dieser Stelle: Schaut nicht zu sehr darauf, was andere falsch machen. Ob andere zu viel fliegen, Fleisch essen, mit Kreuzfahrtschiffen reisen. Wenn ihr euch vergleichen müsst, dann mit euch selbst. Jede und Jeder kann irgendwas tun. Es war nie so einfach und nie so wichtig wie heute.