E-Ladestationen als Community-Projekt

Mittlerweile teilen wir nicht mehr nur unsere schönsten Fotos in sozialen Netzwerken, sondern stellen auch unsere Kleidung, den Garten oder gleich die ganze Wohnung gegen einen kleinen Aufpreis zur Verfügung. Wenn es nach den zwei Wienern Friedrich Vogel und Franz Schodl geht, sollen nun auch private Ladestationen für Elektrofahrzeuge Teil der Sharing-Gesellschaft werden.

von Victoria Schöndelen
News

Datum: 27.01.2016 15:12

„Jemand, der selbst eine Ladestelle benötigt, braucht diese im Schnitt nur ein bis zwei Stunden je Tag“, erklärt Vogel den Gedanken in der Wirtschaftswoche. „Warum dann nicht einen Nachbarn oder einen vorbeikommenden Autofahrer die Ladestelle anbieten und ein wenig Kostenbeitrag dafür bekommen?“ Deshalb haben die Österreicher das Projekt youCharge ins Leben gerufen, seit einigen Tagen läuft eine Crowdfunding-Kampagne im Netz.

Neulinge im Bereich E-Mobility sind Vogel und Schodl schon lange nicht mehr: Auf ihrem Portal enio.at bieten die Start-Upper bereits eine Suchmaschine für E-Ladestationen sowie Hard-, Firm- und Software für Endkunden und Mobilitätsbetreiber an. Mittlerweile betreut das Unternehmen etwa 1500 Ladestationen in ganz Europa.

Laut Experten könnte der Markt rum um die E-Mobility-Infrastruktur im Jahr 2020 etwa 3,5 Milliarden umsetzen. Und auch Vogel ist überzeugt, dass sich fossil und elektrisch betriebene Fahrzeuge in den nächsten Jahren preislich so weit annähern, dass Elektroautos nicht länger nur ein Nischendasein fristen. „Da fehlt dann nur die professionelle Infrastruktur – und die wollen wir schaffen.“

Dank youCharge sollen nun also auch Privatpersonen ihr Grundstück in öffentliche E-Tankstelle verwandeln können. Völlig innovativ ist die Idee nicht: Die Plattform The New Motion bietet privaten Betreibern von Ladestationen schon seit einiger Zeit die Chance, ihre Wallbox, eine Wandladestation, anderen E-Fahrern zur Verfügung zu stellen. Bei youCharge hat der Nutzer jedoch erstmals die Möglichkeit, die anvisierte Station zu reservieren, um so böse Überraschungen vor Ort in Form von besetzten Parkplätzen zu vermeiden. Erstmal angekommen, meldet sich der Fahrer an der Station mit einer Zugangskarte oder App an und das Laden kann beginnen. Zahlen muss der Nutzer dann für die Zeit, die er an der Station verbringt – das ist nicht nur unkomplizierter als die Abrechnung über Kilowattstunden, sondern stellt gleichzeitig sicher, dass die Parkplätze nicht unnötig lange blockiert werden. Ein Teil des Geldes fließt dann direkt an den Betreiber der Station, ohne dass dieser auch nur einen Finger krümmen muss.

Quelle:
Green WiWo
GoingElectric