Energiemesse E-world: Intelligente Städte und die GroKo stehen im Mittelpunkt

Auf Europas leitender Fachmesse der Energiewirtschaft, der E-world energy & water 2018 in Essen, beschäftigte sich die Branche in den vergangenen Tagen mit der Zukunft der Energie. Und die findet auch in den Städten statt, wie der erstmals ausgerufenen Themenschwerpunkt deutlich machte: Smart City, die intelligente, effiziente und nachhaltige Stadt von morgen.

von Sven Ebbing
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Datum: 09.02.2018 15:46

Aus Sicht der Energiewirtschaft stehen dabei vor allem die Integration von Elektrizität und Wärme, energieeffizienten Gebäuden und elektrischen Transportmitteln in ein intelligentes Gesamtsystem im Fokus. Die 750 auf der E-world vertretenen Unternehmen, Institutionen und Verbände – darunter auch 90 Start-ups – präsentierten darüber hinaus in diesem Jahr Technologien für intelligente Energieübertragung und -speicherung und für die Integration und Vernetzung von sogenannten Prosumern - Verbrauchern, die gleichzeitig selbst Strom produzieren. Außerdem wurden dem Publikum beispielsweise Netze für den Wärmeaustausch zwischen Gebäuden und Solardachpfannen für die Strom- und Wärmeerzeugung vorgestellt.

GroKo-Verhandlungen schwingen mit

Beim begleitenden Kongressprogramm war neben den großen Herausforderungen Digitalisierung, Dezentralität und Dekarbonisierung, für die sich die Energiebranche gut gerüstet sieht, vor allem der Koalitionsvertrag von Union und SPD das bestimmende Thema. Johannes Kempmann, Präsident des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), zog ein zwiespältiges Fazit. „Ich sehe energiepolitisch Licht und Schatten“. Den „großen Wurf“ vermisse er noch. Für die Sektorkopplung wünschte sich Kempmann, dass der unterschiedlichen Belastung der Energieträger ein Ende gesetzt werde. Das grundsätzliche Bekenntnis der GroKo zu den erneuerbaren Energien lobte der BDEW-Präsident, bei deren Marktintegration fehle ihm „Fantasie“. Zudem würde die drohende Überlastung der Netze im Koalitionsvertrag nicht genügend thematisiert.

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), Peter Röttgen, zeigte sich deutlich zufriedener mit dem GroKo-Vertrag. Sonderausschreibungen für regenerative Energien, der Ausbau des Anteils an der Energieerzeugung auf 65 Prozent bis 2030, der Kohleausstieg und die Einbeziehung von Wärme und Mobilität im Sinne der Sektorkopplung könnten nun vorangetrieben werden.

Das will auch NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart von der FDP erreichen. Er forderte von der zukünftigen Bundesregierung „klare Sektorenziele“ und auch „intersektorale Ziele“. Dabei müsse das energiepolitische Zieldreieck Versorgungssicherheit, Umweltfreundlichkeit und Bezahlbarkeit im Auge behalten werden. Für die Entwicklung des gesamten Energiesystems würden „flexible Kraftwerke als Ergänzung der Erneuerbaren noch so lange gebraucht, bis Stromspeicher, flexible Kundennachfrage und intelligente Netze diese Rolle vollständig übernehmen können“.

Innovation wird ausgezeichnet

Wie zukunftsfähige, digitale Lösungen im Energiebereich aussehen können, zeigte sich auf der E-world auch bei der Verleihung des Digital Energy Award. Einen der Preise gewann der Energieversorger gridX, der Stromverbraucher und -produzenten auf einer digitalen Plattform zusammenbringt. So kann sauberer Strom dort Abnehmer finden, wo er erzeugt wird. Auch die MeteoViva GmbH wurde geehrt. Sie hat für die Konzernzentrale der Generali-Versicherung in Köln eine intelligente Klimasteuerung konzipiert, mit der 26 Prozent der Kosten eingespart werden können. Für das ThermoTape, mit dem der Füllstand thermischer Speicher unkompliziert überwacht werden kann, wurde die Firma Novum ausgezeichnet. Das Band wird einfach von außen auf einen Speicher geklebt und ermöglicht in Kombination mit einer Software ein digitales Smart Metering des Füllstandes. Wärmezähler werden dadurch überflüssig.

Quelle: www.e-world-essen.com