Bundesregierung verabschiedet neues Programm zur Gebäudesanierung

Die Bundesregierung hat das lange vernachlässigte Thema Energieeffizienz für sich entdeckt und nun ein neues Maßnahmenpaket zur privaten Gebäudesanierung verabschiedet. Nicht nur Kommunen und Industrie sollen zu mehr Energieeffizienz angehalten werden. Das neue Programm zur Gebäudesanierung der Bundesregierung setzt für Hausbesitzer neue Anreize zur energetischen Sanierung veralteten Gebäudebestands.

von Bente Löhndorf
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Datum: 17.12.2014 12:39

So soll es ab dem neuen Jahr für energetische Gebäudesanierung Steuervorteile geben. Zusätzlich zum bereits bestehenden Gebäudesanierungsprogramm der KfW-Bank, das um 200 Millionen Euro aufgestockt wird, können sie 10 bis 25 Prozent der Sanierungskosten von der Steuerschuld abgezogen werden.

Wärmedämmung bei der Gebäudesanierung der Förderprimus


Der Steuerbonus kann ab 2015 für die Dämmung von Wänden, neue Heizkessel und das Auswechseln alter Fenster über einen Zeitraum von zehn Jahren geltend gemacht werden. Bund und Ländern entstehen durch das über fünf Jahre angelegte Programm Kosten in Höhe von einer Milliarde Euro. „Damit wollen wir etwas fürs Wachstum bei Handwerk und Bauwirtschaft tun und gleichzeitig den Klimaschutz stärken“, sagte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Allerdings wird gleichzeitig die Bezuschussung bei den Handwerkerleistungen heruntergefahren. Um das neue Sanierungsprogramm ohne Steuerausfälle zu finanzieren, hat sich die Politik darauf geeinigt, die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen zu kürzen. Demnach werden bei Arbeitskosten bis zu 6000 Euro nur noch Beträge ab 300 Euro auf die Steuerschuld anrechenbar sein. Dies betrifft nicht nur Hausbesitzer sondern auch Mieter und ihre Nebenkostenabrechnung.

Zudem soll auch die Motivation zur Erneuerung von Heizanlagen vergrößert werden. Statt einer Pflicht zum Ersatz veralteter Heizkessel wird künftig ein freiwilliger Heizungscheck angeboten werden, bei dem Eigentümer von Fachleuten konkrete Verbesserungsvorschläge erhalten können. Ab 2016 wird außerdem ein Energielabel für alle mehr als 15 Jahre alte Heizungsanlagen eingeführt werden.

Verdopplung der Sanierungsrate angestrebt


Der Anfang Dezember von der Bundesregierung verabschiedete Aktionsplan soll dazu beitragen, die gefährdeten Klimaschutzziele bis 2020 doch noch zu erreichen. Noch in diesem Jahr soll die Initiative in den Bundesrat eingebracht werden. Derzeit wird jährlich nur etwa ein Prozent des deutschen Gebäudebestands energetisch saniert. Laut Aigner sollen die vorgestellten Maßnahmen die Rate auf zwei Prozent wachsen lassen. Ein Großteil der Gebäude wurde vor der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 errichtet und entspricht nicht annähernd den aktuellen Standards.

Quellen:
Handelsblatt
FOCUS
Tagesschau
Welt