Die EU bleibt grün: Auf die Green Week folgt Nachhaltigkeitswoche

Heute sind die Nachhaltigkeitswoche der EU und damit die verbundenen Deutschen Aktionstage für Nachhaltigkeit gestartet. Europaweit werden bis zum 5. Juni Aktionen, Projekte und Veranstaltungen verwirklicht, die das Thema „Nachhaltige Entwicklung“ in den Fokus rücken sollen.

von Helena Fischer
News

Datum: 30.05.2018 17:03

Bereits 2014 präsentierten die Umweltminister von Frankreich, Deutschland und Österreich auf dem Rat der EU-Umweltminister die Idee: eine europaweite Woche für Nachhaltigkeit. Angelehnt an die von den Vereinten Nationen verabschiedete Agenda 2030 sollen in dieser Woche deren 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung bewusst in den Mittelpunkt gestellt und gefördert werden.

Einen Beitrag können nicht nur große Verbände oder Unternehmen leisten, sondern im Prinzip ist jeder willkommen, der eine Projektidee hat: Regierungsbehörden, Forschungszentren, Bildungseinrichtungen, Museen, Stiftungen, gemeinnützigen Organisationen, Verbände und Unternehmen sowie einzelne Bürgerinnen und Bürger. Auch inhaltlich zeigt man sich von EU-Seite offen – von Konferenzen und Ausstellungen über Filmvorführungen oder Community-Aktivitäten sind alle denkbaren Veranstaltungen vertreten. Durch die breit angelegten Veranstaltungsarten sollen die europäischen Bürger und Bürgerinnen in allen Ländern dazu angehalten werden, sich aktiv mit nachhaltiger Entwicklung auseinanderzusetzten.

Parallel zur Europäischen Woche finden in Deutschland die Aktionstage für Nachhaltigkeit (DAN) statt. Ausgerichtet werden diese hierzulande vom Rat für Nachhaltige Entwicklung. Die Aktionen, die in Deutschland stattfinden, bleiben aber offiziell ein Beitrag zur europäischen Nachhaltigkeitswoche.

Projekte und Initiativen – Hashtag #tatenfuermorgen

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung in Deutschland selbst initiiert Projekte, wie zum Beispiel der „Nachhaltige Warenkorb“, der Verbraucher zu nachhaltigem Konsum im Alltag beraten soll.

In Deutschland laufen die meisten Projekte unter dem Hashtag #tatenfuermorgen – 1.869 Aktionen wurden bereits angekündigt. In Hamburg findet beispielsweise am Donnerstag der „Bürgerkraft-Tag“ statt, bei dem „effiziente, dezentrale Strom- und Wärmeversorgung sowie deren Nutzung und Bereitstellung für die Nachbarschaft“ im Mittelpunkt stehen. Neben solchen Informationsveranstaltungen gibt es aber auch eine Reihe lokaler Veranstaltungen für die breite Öffentlichkeit: in Erkrath sind Erwachsene und Kinder am 10. Juni dazu eingeladen, sich im Naturschutzzentrum vielfältige Aktionen ansässiger Vereine und Einrichtungen zum Thema „nachhaltige Entwicklung“ anzuschauen.

Auch auf wissenschaftlicher Seite wird mitgewirkt: Das Bundesministerium für Bildung und Nachhaltigkeit verleiht zusammen mit der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. eine Auszeichnung für innovative Forschungsprojekte . Noch bis zum 15. Juni können Forscherinnen und Forscher aus deutschen Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen ihre Projekte zu den Themen Biodiversität, Artenvielfalt und Naturschutz einreichen.

Wer sich über die zahlreichen weiteren Aktionen in seiner Region informieren möchte, kann dies über die Website https://www.tatenfuermorgen.de/ tun.

Exkurs: Was steckt hinter den 17 „Sustainable Development Goals“?

Die Grundlage für die europaweite Nachhaltigkeitswoche sind die sogenannten „Sustainable Development Goals“, oder SDGs. 2015 wurden die nächsten Ziele für 2030 von der internationalen Staatengemeinschaft verabschiedet. Zwar wird viel über die Ziele der Vereinten Nationen in Sachen nachhaltiger Entwicklung gesprochen, aber aus welchen Punkten bestehen diese eigentlich? Grob heruntergebrochen lassen die Ziele sich folgendermaßen zusammenfassen:

  1. Keine Armut
  2. Kein Hunger
  3. Gesundheit und Wohlergehen
  4. Hochwertige Bildung
  5. Geschlechtergleichheit
  6. Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
  7. Bezahlbare und saubere Energie
  8. Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
  9. Industrie, Innovation und Infrastruktur
  10. Weniger Ungleichheiten
  11. Nachhaltige Städte und Gemeinden
  12. Verantwortungsvoller Konsum und Produktion
  13. Maßnahmen zum Klimaschutz
  14. Leben unter Wasser
  15. Leben an Land
  16. Frieden, Gerechtigkeit und Starke Institutionen
  17. Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Diese Ziele sollen global und von allen UNO-Mitgliedstaaten bis 2030 erreicht werden. Die Nachhaltigkeitswoche schafft es, diese wichtigen Ziele in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen und einen kleinen aber bedeutenden Beitrag für die Erreichung zu leisten – umso wichtiger aber ist, dass auch die Politik in den kommenden Jahren an diesen Themen festhält und sie weiterhin aktiv fördert.

 

Weitere Quellen:

Website der European Sustainable Development Week
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung