Netzentwicklungsplan berücksichtigt Bürgerinteressen

Die Bundesnetzagentur hat den Netzentwicklungsplan 2024 Offshore-Netzentwicklungsplan sowie den dazugehörigen Umweltbericht vorgestellt. Der Plan richtet sich nicht nur nach der Dringlichkeit und Notwendigkeit von Projekten sondern berücksichtigt auch viele der rund 34.000 eingereichten Stellungsnahmen.

von Bente Löhndorf
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Datum: 11.11.2015 14:11

Der aktualisierte Netzentwicklungsplan (NEP) Strom umfasst rund 3050 Kilometer Optimierungs- und Verstärkungsmaßnahmen in Bestandstrassen und rund 2750 Kilometer neu zu errichtende Trassen. Im Vorgängerplan war von 2300 beziehungsweise 2700 Kilometern die Rede gewesen. Ein Großteil der bisherigen Bauvorhaben wird durch die Aktualisierung bestätigt, allerdings hat die Bundesnetzagentur den langsameren Ausbau der Offshore-Energie in ihre Berechnungen einfließen lassen sowie eine Kappung der Windeinspeisespitzen an Land berücksichtigt, die sich jeweils durch die Änderungen des EEG 2014 ergeben. Dennoch sorgt der beschleunigte Ausbau der erneuerbaren Energien für eine deutliche Zunahme der Gesamtkilometerzahl.

Leichte Korrekturen an Bauvorschlägen


„Wir haben nur Maßnahmen bestätigt, die nach unseren Berechnungen in den kommenden Jahren zwingend erforderlich sind“, erklärt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Von den 92 Maßnahmen im Übertragungsnetz, die die Übertragungsnetzbetreiber vorgeschlagen haben, können wir 63 bestätigen. Hinzu kommen drei von sieben vorgeschlagenen Offshore-Anbindungen.“
Da der Ausbau der Meereswindparks allerdings langsamer fortschreitet als bisher angenommen, musste die Projektzahl im Offshore-Netzentwicklungsplan (O-NEP) nach unten korrigiert werden. Er legt den Bedarf an Anbindungsleitungen für Offshore-Windpark-Cluster fest und ermittelt auch deren zeitliche Reihenfolge.

Erdverkabelung für Umweltschutz in der Debatte


Neben den beiden Netzplänen veröffentlichte die Bundesnetzagentur auch die gesetzlich festgeschriebene Strategische Umweltprüfung. Darin werden voraussichtliche Umweltauswirkungen durch die Ausbaupläne festgehalten. Der Bericht macht deutlich, dass im aktuellen NEP eine größere Zahl an Projekten auf die Möglichkeit einer Erdverkabelung hin geprüft wurde. Allerdings betonte der Präsident der Bundesnetzagentur, es sei Sache des Gesetzgebers, inwieweit er bei der verbindlichen Festlegung des Netzausbaubedarfs im Bundesbedarfsplangesetz zusätzliche Aspekte in die Abwägung einbeziehe oder bestimmte Aspekte anders gewichte.

Große Beteiligung durch Öffentlichkeit


Bei der Erstellung des NEP bestand auch für die Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich an der Entwicklung der Bauvorhaben zu beteiligen. 34211 Stellungnahmen gingen zwischen Februar und Mitte Mai bei der Bundesnetzagentur ein. Diese versicherte, alle Beiträge seien in die Prüfung der Pläne eingeflossen. Ein Großteil der Anmerkungen bezog sich auf konkrete Vorhaben und stammte von Anwohnern, Behörden und Verbänden.
Die meisten Stellungnahmen zum Umweltbericht thematisierten mögliche Gesundheitsbeeinträchtigungen aufgrund von elektrischen und magnetischen Feldern sowie den Landschaftsschutz und Auswirkungen des Leitungsbaus auf den Vogelschutz. Weiterhin fürchten viele Anwohner einen Wertverlust ihrer Immobilien in unmittelbarer Nähe zu geplanten Trassen.

Quellen:
neueenergie.at
[[http://www.topagrar.com/news/Energie-Energienews-Bundesnetzagentur-schraenkt-Netzausbauplaene-ein-2493190.html|topagrar.de