„Treiber und Motor der Energiewende“- Niedersachsen veröffentlicht Energiewendebericht 2018

Das niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz hat zum zweiten Mal einen Energiewendebericht für sein Bundesland veröffentlicht. Das 56-Seitige Papier veranschaulicht den aktuellen Stand der Energiewende in Niedersachsen.

von Jule Krause
News

Datum: 31.08.2018 12:59

Angesichts der Herausforderungen des Klimawandels sieht man sich derzeit gut aufgestellt und setzt sich für eine konsequente Energiewende ein. Vor allem bei den erneuerbaren Energien kann das norddeutsche Bundesland punkten. Mit über 32 Milliarden Kilowattstunden regenerativ erzeugtem Strom im Jahr 2016 konnte es rechnerisch fast 60 Prozent seines Bruttostromverbrauchs damit decken und steht so im bundesweiten Vergleich sehr gut da. Die erfolgreiche Verringerung des Stromverbrauchs und die erhöhte Energieproduktivität werden zusätzlich als Indikator für eine voranschreitende effiziente Energienutzung gesehen.

Mit voller (Wind-)Kraft voraus

In dem Bericht wird die herausragende Bedeutung der Windenergie als konkurrenzfähiger Energieträger und fundamentaler Bestandteil der Energiewende hervorgehoben. Die Zahlen belegen: Als „Rohstoff des Nordens“ trägt Wind entscheidend zur Erzeugung von Strom in Niedersachsen bei. So lag der Anteil der Windenergie an der gesamten Bruttostromerzeugung schon im Jahr 2016 bei 24 Prozent und konnte die Kernenergie dementsprechend fast einholen. 2017 war darüber hinaus ein Rekordjahr: Mehr als ein Viertel des bundesweiten Windenergiezubaus (1,436 Gigawatt) kamen aus Niedersachsen, das damit den Spitzenplatz im Bundesländervergleich belegt und mit 10,6 Gigawatt über die meiste Windenergieleistung bundesweit verfügt.  Und damit nicht genug:  Bis 2050 will die Landesregierung Windenergie an Land weiter ausbauen, indem Altanlagen durch neue, effiziente Anlagen ersetzt werden. Auch die Offshore-Windenergieleistung soll weiter angehoben werden- von 15 GW auf mindestens 30 GW bis 2035.

Regenerative Stromversorgung: Photovoltaik „nur“ auf Platz 3

Nach Windkraft belegt Biomasse mit etwa 9,5 Milliarden kwH Platz 2 bei der regenerativen Stromversorgung. Sie kann in diesem Sinne entscheidend zur Wärmeversorgung beitragen. Photovoltaik, das an dritter Stelle steht, konnte sich in Niedersachsen allerdings bisher weniger durchsetzen, was das Ministerium auf die vergleichsweise geringe Sonneneinstrahlung zurückführt.

Fossile Energieträger: Gas vor Kohle soll Treibhausgasemissionen weiter senken

Auch bei den fossilen Energieträgern lässt der Energiewendebericht positive Entwicklungen erkennen. Zum ersten Mal überholt Gas die Kohle - ein wichtiger Ansatz zur Einsparung klimaschädlicher Treibhausgase. Die Abnahme der energiebedingten CO2-Emissionen um mehr als 14 Prozent im Zeitraum von 1990 bis 2015 stellt einen Erfolg dar, an dem weiter gearbeitet werden soll. Dementsprechend ist das Ziel des Landes, seine gesamten Treibhausgasemissionen bis 2050 um mindestens 80 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.

Nachholbedarf im Wärme- und Verkehrssektor

Neben den aussichtsreichen Ergebnissen in Sachen Stromwende und CO2-Reduzierung werden auch einige Baustellen aufgezeigt. Strom aus regenerativer Energie soll zukünftig mehr den Bereichen Wärme und Verkehr eingesetzt werden. Wichtige Stichworte sind hier E-Mobilität und Power-to-Gas. Des Weiteren steht ein Umbau der Wärmeversorgung aus, da diese bisher mehr als 50 Prozent des Energiebedarfs in Anspruch nimmt. Als Instrument dazu sieht das Papier umfassende Gebäudesanierungen vor.

Quellen:
https://www.umwelt.niedersachsen.de/themen/energie/energiewende/energiewendebericht-2018-119325.html