Ökostromanteil steigt 2015 – aber nicht in Süddeutschland

Erneuerbare Energien nehmen eine immer größere Rolle bei der Stromversorgung ein. Ende Juli konnten sie zeitweise rund 87 Prozent des Energiebedarfs decken. Gleichzeitig hängt der Norden den Süden immer weiter ab.

von Bente Löhndorf
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Datum: 11.11.2015 14:09

Während am 25. Juli das Sturmtief Zeljko über Norddeutschland hinwegfegte, konnte der Süden Deutschlands sich über einige Sonnenstunden freuen. An dem zweigeteilten Wetter erfreuten sich auch Besitzer von Ökostromanlagen, die in beiden Landesteilen viel Strom produzieren konnten. 40,6 Gigawatt Energie wurden an diesem Tag allein durch Solar- und Windanlagen gewonnen, weitere 7,25 Gigawatt wurden durch Biomasse erzeugt. Um den deutschlandweiten Bedarf zu decken, mussten die konventionellen Energien (Kernkraft und fossile Brennstoffe) lediglich 13,6 Gigawatt beisteuern.

Erneuerbare Energien übernehmen mehr Verantwortung


Doch nicht nur die rekordverdächtigen Produktionszahlen deuten auf ein anhaltendes Wachstum der erneuerbaren Energien hin. Nach Berechnungen der Denkfabrik Agora Energiewende stieg der Anteil des Ökostroms am gesamten Verbrauch im ersten Halbjahr 2015 auf 31,4 Prozent.

Süden Deutschlands hinkt hinterher


Dies schient jedoch vor allem auf gute Wachstumszahlen im Norden zurückzuführen zu sein. Im Süden Deutschlands geht es mit der Energiewende eher stockend voran. Schwerpunkt der dort ansässigen Branche war bisher vor allem Solarenergie. Aufgrund der günstigen Konkurrenz aus China und rückläufigen Auftragszahlen mussten zuletzt jedoch viele Unternehmen Konkurs anmelden.

Auch im Bereich der Windenergie nimmt die Umgestaltung der Energieproduktion jedoch kaum Fahrt auf. In Baden Württemberg wurden 2014 lediglich acht neue Windräder aufgestellt. Allein im ersten Halbjahr 2015 waren es in Bayern 37 – allerdings waren ursprünglich 500 geplant. . „So wird Bayern die wichtigen Ziele Atomausstieg, Klimaschutz und eigene preiswerte Stromversorgung nicht erreichen“, mahnte der Landesvorsitzende des Bundesverbands Windenergie in Bayern, Raimund Kamm.