Ökostrom in Portugal: Vier Tage komplett sauberer Strom

Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung hat Portugal einen großen Schritt gemacht: Fast viereinhalb Tage lang konnte das Land seine Bürger mit ausschließlich sauberen Strom beliefern – starken Regenfällen und kräftigen Windböen zum Dank.

von Redaktion
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Datum: 07.07.2016 11:24

Bei diesen Spitzenwerten der Tage vom 7. bis zum 11. Mai handelt es sich zwar um eine positive Ausnahme, bestätigt allerdings den vielversprechenden Trend der vergangenen Monate: Im April lag der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Stromversorgung bei 80 Prozent, betrachtet man das gesamte erste Jahresquartal, waren es immer noch sehr gute 75 Prozent.

Wie die Auswertungen der Daten durch den Netzbetreiber „Redes Energéticas Nacionais“ ergaben, wurde das Land an den Rekordtagen vor allem über Wasser- und Windenergie versorgt. Portugal investiert seit Jahren in diese beiden Energiequellen, sie decken jeweils ca. ein Viertel des Strombedarfs. Während Biomasse mit immerhin 5 Prozent ebenfalls eine nicht unwichtige Rolle in der Energieversorgung spielt, fristet das Thema Solarenergie mit mageren 1,5 Prozent immer noch ein Nischendasein.

Die fehlende Diversifizierung und insbesondere der Fokus auf Investitionen in Wasserkraft wird von Fachverbänden kritisch gesehen: Gerade in Dürrezeiten besteht ein hohes Risiko des Einbruchs der sauberen Stromversorgung. So geschehen im letzten Jahr, als Wasserkraft nur schwache 17 Prozent zur gesamten Versorgung beitragen konnte – im regenreichen Vorjahr lag der Anteil noch bei starken 31 Prozent.

Dennoch zeigen die Werte der letzten Tage, dass eine komplett nachhaltige Stromversorgung kein blauäugiges Hirngespinst sein muss. Dabei kommt das portugiesische Engagement in erneuerbare Energien nicht nur der Umwelt, sondern auch der wirtschaftlichen Stabilisierung zu Gute: Die Stromexporte helfen auch, das Leistungsbilanzdefizit des schuldengebeutelten Landes abzubauen.

Quellen:
heise.de