Energieriese wird von peruanischem Kleinbauer verklagt

Saul Luciano Lliuya traut sich etwas. Der peruanische Bauer hat all seinen Mut zusammengenommen und das Energieunternehmen RWE verklagt. Wie der Stern berichtet, ist der Grund für die Klage vor dem Essener Landgericht ist die CO2-Belastung durch das Kraftwerk des Energieriesens.

von Christina Schröder
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Datum: 16.11.2016 14:29

Mit diesem CO2-Ausstoß sei RWE mit für den Klimawandel verantwortlich und damit auch für das Schmelzen der Gletscher oberhalb seines Hauses in Huaraz (peruanischen Anden), argumentiert der Peruaner. 2015 hatte RWE ein Anspruchsschreiben des Bauerns abgelehnt, die Klage war die Folge.
Der Weltklimarat IPCC führt das Schmelzen der Gletscher und den daraus folgenden Wachstum des Gletschersees Palcacocha auf den Klimawandel zurück. Der See liegt nur einige Kilometer oberhalb der Stadt, in der Lliuya lebt.

Finanzielle Entschädigung für Schutzmaßnahmen


Seine Forderungen an RWE belaufen sich auf 17.000 Euro Beteiligung für Schutzmaßnahmen an dem durch die Gletscherschmelze wachsenden Gebirgssee oder wenigstens eine Entschädigung von 6.300 Euro, die er für die Sicherung seines Hauses ausgegeben hat. Der Kleinbauer beweist mit seiner Klage großen Willen, sich als Privatperson gegen den Großkonzern durchsetzen. Für den Prozess möchte er extra nach Essen kommen.

David gegen Goliath – Wer gewinnt?


Der Energieriese sieht keine Grundlage für einen Rechtsanspruch. Ein Zusammenhand zwischen der Emission und dem Schmelzen der Berge sei nicht bewiesen, teilte ein RWE-Sprecher mit. Außerdem habe RWE eine gesetzliche Genehmigung für den Anlagenbetrieb.

Ob Saul Luciano Lliuyas Klage erfolgreich sein wird, bleibt zu bezweifeln. Aber der Kleinbauer geht mit gutem Beispiel voran, für seine Ziele und Rechte einzustehen – egal, wie groß der Gegner ist. Schließlich hat David Goliath am Ende auch besiegt.

Quellen:
Stern
Handelsblatt