Neue Pläne für Ausbau von Stromtrassen

Die Netzbetreiber Tennet, Amprion, 50 Hertz und TransnetBW haben am Dienstag in Berlin ihre neuen Pläne für die geplanten Stromtrassen vorgestellt. Der Fokus liegt dabei vor allem auf kleineren Änderungen. Nötig seien diese aufgrund der Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) sowie der neuen Pläne zum Ausbau der Windkraft.

von Matthias Epkes
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Datum: 12.11.2014 11:57

Die Netzbetreiber haben für die Stromleitungen, die den Süden mit Strom aus dem Norden versorgen sollen, kleine Veränderungen vorgesehen. Die umstrittene Trasse von Ost nach Süd soll hierbei verlängert werden. Der Anfang wird nun 110 Kilometer nördlicher in der Nähe von Magdeburg liegen. Auch das südliche Ende wird leicht verschoben. Veränderungen wird es auch für die größte Trasse „SuedLink“ geben. Die 800 Kilometer lange Strecke durch die Mitte Deutschlands wird nun mit ihrem Ende in die Nähe der Industrieregion Stuttgart rücken. Andere kleinere Leitungen könnten laut den Betreibern indes überflüssig werden.

Seehofer mit erstem Protest – Netzbetreiber mahnen


Gegen die ersten Pläne für die Ost-Süd-Trasse hatte der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) starken Widerstand geleistet. Seehofer hatte einst kritisiert, dass mit der Trasse vor allem Strom aus Braunkohle in den Süden transportiert werden solle. Nun nimmt man diesem Argument den Wind aus den Segeln, da der neue Anfang der Ost-Süd-Trasse näher an die Windparks im Norden rückt. Die Netzbetreiber halten die Pläne sowie die Trassen an sich für zwingend notwendig. Schon jetzt gäbe es Netzeingriffe und Drosselung von Windkraftanlagen. Außerdem wird derzeit Windstrom über tschechische Netze nach Bayern geführt.

Pläne liegen nun der Bundesnetzagentur vor


Die Leitungen zur Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) sind für die Energiewende gleichwohl wesentlich als auch umstritten. Klar ist, dass bis 2022 die Atomkraftwerke vom Netz genommen werden und die Stromversorgung dennoch gesichert werden muss. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte hierzu erklärt, dass der Netzausbau nicht infrage gestellt werden dürfe.
Die Kosten für die Trassen liegen bei schätzungsweise 20 Milliarden Euro. Dabei können diese sich noch enorm erhöhen, falls Leitungen – bedingt durch Proteste – unterirdisch unumgänglich sein sollen. Nun ist zuerst die Bundesnetzagentur gefragt, die neuen Pläne zu überprüfen. Am Ende müssen Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat darüber entscheiden, ob das 2013 beschlossene Gesetz zum Ausbau, abgeändert werden soll.

Quellen:
FAZ
Focus
Handelsblatt
Tagesschau.de
TAZ