Proteste gegen Kohle-Energie im Rheinland

Auf kreative Weise laden zwei Aktionen am Wochenende zum Protest gegen den Kohleabbau ein. Das Klimacamp und die Aktion „Ende Gelände!“ wollen auf die Energiepolitik, klimaschädliche Kohleverstromung und das Verschwinden ganzer Ortschaften aufmerksam machen. Auch wenn die Aktionen gewaltfrei sein sollen, ging die Aktion einiger Vermummte allerdings zu weit.

von Matthias Epkes
News

Datum: 11.11.2015 14:09

Klima-Campen gegen Kohle


Wie auch 2014 findet im Rheinland vom 07. bis 17. August das Klimacamp statt. Ganz in der Nähe des Kohletagebaus Garzweiler haben sich bis heute weit über 1000 Teilnehmer zu einem großen gemeinsamen Zelten zusammengeschlossen, um neben der vorherrschenden Energiepolitik auch gegen den vor Ort geplanten Abbau der Braunkohle zu demonstrieren.
Die Zukunft des Platzes des Klimacamps sieht nicht besonders gut aus. Das Camp liegt bei dem kleinen Ort Borschemich. Das Dorf wird derzeit bis 2016 umgesiedelt und wird dann von der Landkarte verschwunden sein. Dafür mussten bereits viele hundert Menschen ihre Häuser verlassen und in einen neuen Ort, der den Namen behält, umziehen. Daneben rufen die Veranstalter auch zum Protest gegen die Klimapolitik im Allgemeinen auf. Sie kritisieren, dass die Kohle in Deutschland eine Renaissance erlebe und die hohe Verstromung von Kohle nicht dem Bild des Energiewende-Landes Deutschland entspräche. Zudem sei die Kohle mit Schuld an weltweite Klimakrisen wie Überschwemmungen, Dürren, Artensterben, Trinkwassermangel und Hungersnöte. Durch die globalen Folgen gestiegener CO2-Emissionen hat sich das Camp auch „Refugees Welcome!“ auf die Fahnen geschrieben, da der globale Süden besonders mit den Folgen zu kämpfen hätte.

Aktivisten wollen Kohlebagger blockieren


Wer nicht nur bloß campen möchte, sollte sich an diesem Wochenende den Organisatoren von „Ende Gelände – Kohlebagger stoppen, Klima schützen“ anschließen. Die Veranstaltung ruft ihre Teilnehmer dazu auf, in die Grube des rheinischen Braunkohlereviers bei Köln zu den großen Kohlebagger zu gehen und diese bei ihrer Arbeit zu behindern. Dabei wird bewusst betont, dass es sich dabei um „eine Aktion zivilen Ungehorsams“ handelt. Die Dringlichkeit des Klimawandels und die „himmelschreiende Untätigkeit“ der Regierung machten Regelübertritte nötig, heißt es auf der Website der Veranstaltung. Dabei gibt die Website auch Hinweise, wie man sich bei der Blockade zu verhalten habe, da man mit Absperrungen durch Polizei und Werkschutz rechne. Jeder Teilnehmer wird aufgerufen, sich mit geeigneter Kleidung, Proviant und Luftmatratzen zu bewaffnen, da der Protest so lange wie möglich gehalten werden soll.

RWE-Mitarbeiter von Vermummten angegriffen


Dass der Protest auch zu weit gehen kann, zeigt im Vorfeld der Aktion „Ende Gelände“ der Angriff von Vermummte auf RWE-Mitarbeiter im Hambacher Forst. Dabei hatten 30 bis 40 Aktivisten zwei Mitarbeiter des Energiekonzern RWE angegriffen als diese eine Blockade räumen wollten. Dabei wurde ihr Fahrzeug mit Steinen beworfen. Die Frontscheibe ging zu Bruch und Glassplitter verletzten einen Mitarbeiter. Die Aktion lässt die Mitarbeiter beunruhigt zurück. „Weil man ja nicht weiß, ob da jemand kommt und was einen dann erwartet.“, so Betriebsrat Jürgen Linges. Die Veranstalter distanzieren sich auf ihrer Website klar von Gewalt. Ziel sei es vorrangig die Bagger an ihrer weiteren Arbeit zu hindern.

Quellen:
klimacamp-im-rheinland.de
ende-gelaende.org
Rheinische Post