Schönes Wetter beschert Öko-Energie-Rekord

Das schöne Wetter vom Wochenende hat nicht nur für gute Laune in ganz Deutschland gesorgt, sondern anscheinend auch für einen neuen Rekord in Sachen Öko-Energie: Laut einer vorläufigen Auswertung von Agora Energiewende stammten etwa 90 Prozent des verbrauchten Stroms am Muttertag aus Solar- und Windkraftanlagen.

von Victoria Schöndelen
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Datum: 11.05.2016 17:19

Für das unabhängige Forschungsinstitut ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass Atom- und Braunkohlekraftwerke mittlerweile verzichtbar geworden sind. Allerdings sind die positiven Werte nicht nur aufstrahlenden Sonnenschein und kräftigen Wind zurückzuführen, sondern auch auf das lange Feiertagswochenende, an dem der Verbrauch durch fehlenden industriellen Bedarf üblicherweise niedriger ist.

Die Stromerzeugung lag an diesem Wochenende deutlich über dem Verbrauch, denn auch konventionelle Kraftwerke haben kräftig eingespeist. Dies schlug sich in negativen Preisen an der Strombörse nieder: Am Spotmarkt wurden laut Agora Energiewende bis zu 130 Euro bezahlt, um die Netze vor Überlastung zu schützen – ein vergleichbar großer Minusbereich wurde zuletzt im Winter 2012 verzeichnet.

Der Bundesverband Erneuerbarer Energien sieht in den unflexiblen Braunkohlekraftwerken den Hauptgrund für diese negative Preisentwicklung. Insbesondere an Wochenenden und Feiertagen könnten die Anlagen wegen unzureichender Besetzung nicht angemessen heruntergefahren werden und blockierten so die Netze. Außerdem kritisiert der BEE in diesem Zusammenhang einen Verstoß gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz, nach dem Solar- und Windkraftanlagen eigentlich Einspeisevorrang haben, aber in der energiewirtschaftlichen Praxis im Gegensatz zu Atom- und Braunkohlekraftwerken abgeriegelt werden. Der Verband fordert deswegen ein zügigeres Verfahren, um Braunkohlekraftwerke vom Netz zu nehmen und eine Kraft-Wärme-Kopplung-Förderung für flexiblere Anlagen. Außerdem setzt er sich für die Sektorenkopplung in Engpassgebieten sowie für einen beschleunigten Ausbau der Verteil- und Übertragungsnetze ein.

Da in den kommenden Wochen mit Pfingsten und Fronleichnam zwei weitere verlängerte Wochenenden anstehen, nimmt BEE-Geschäftsführer Hermann Falk an, dass sich das Szenario der letzten Tage wiederholen wird.

Quellen:
pv-magazine.de
N-TV