RWE spaltet sich auf und lagert Erneuerbare Energien aus

Der von negativen Schlagzeilen gebeutelte Energiekonzern RWE hat angekündigt seine Konzernstruktur aufzuteilen. Dabei soll eine Gesellschaft gegründet werden, die die Unternehmensbereiche Erneuerbare Energien, Vertrieb und Netze bündeln soll. Auf ähnliche Weise machte es bereits der Konkurrent E.on vor.

von Matthias Epkes
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Datum: 04.12.2015 17:32

Bei der Aufspaltung soll sich der Mutterkonzern des Essener Energieriesen weiterhin um die konventionelle Energie kümmern. Der Konzernumbau sei laut dem Vorstandsvorsitzenden Peter Terium eine Antwort auf den „Umbau der europäischen Energielandschaft“. Die neue Gesellschaft soll die Wachstumsperspektiven des Konzerns sichern, gleichzeitig – so glaubt Terium – werde die konventionelle Stromüberzeugung auch weiterhin für die Energiewende von Bedeutung sein.

War der Energie-Konkurrent E.on Vorbild?


Die neue Gesellschaft wird zudem einen eigenen Zugang zu frischem Geld bekommen. 10% der neuen Gesellschaft sollen dafür an den Markt der Börse gebracht werden. RWE behält an der neuen Gesellschaft, deren Sitz voraussichtlich wiederum in Essen sein wird, die Mehrheit. Zu Veränderungen im Bereich von Personal gab es zunächst keine konkreten Angaben. Die Aufspaltung des Konzerns erinnert stark an die des Konkurrenten E.on, der im vergangenen Jahr bereits die Bündelung der Energiebereiche Atomkraft und Kohle ankündigte. Allerdings lagerte man dort sein wenig lukratives Geschäft mit den endlichen Rohstoffen aus und erntete aus vielerlei Sicht Kritik. Dem Vorwurf, man wolle sich aus der Verantwortung für die atomaren Altlasten drücken, will RWE entgegen, in dem der Hauptkonzern diese Altlasten unter seiner Kontrolle hält.

Neue Gesellschaft als finanzieller Sanierer


Wie Theo Geers vom Deutschlandfunk meint, ist der angekündigte Schritt unausweichlich. Da die Geldhähne für den Konzern weitestgehend brach lägen, versucht der Konzern nun über eine neue attraktive Gesellschaft Geldgeber zu finden. Wenn also die neue Gesellschaft die Erwartungen nicht erfüllen kann, wird es auch für den Mutterkonzern eng. Somit wird wohl auch eine Querfinanzierung stattfinden. Damit stellt sich wiederum Frage, ob eine wirkliche Wendung zu einem stärkeren Engagement in Sachen Erneuerbare Energien stattfindet oder der Konzern mit der neuen Geldquelle das Geschäft mit der Kohle aufrechterhalten möchte. Damit hätte sich der Konzern zwar der aktuellen, energiepolitischen Entwicklung angenähert, aber sich keiner Revolution unterzogen.

Quellen:
RWE
Deutschlandfunk
Handelsblatt