Solarfahrradweg übersteigt alle Erwartungen

Ein halbes Jahr nach der Aufnahme des Betriebs ziehen die Betreiber des weltweit ersten Solarradwegs in den Niederlanden Bilanz. Das Pilotprojekt hat alle Erwartungen übertroffen.

von Bente Löhndorf
News

Datum: 11.11.2015 14:01

In mehreren Ländern, gibt es Versuche, Photovoltaik auf die Straße zu bringen. Ein paar Kilometer nördlich von Amsterdam findet man seit einem halben Jahr die erste Realisierung der Pläne. Die Firma SolaRoad zeigt sich überaus zufrieden nach der ersten Testphase ihres Projekts. Seit der Inbetriebnahme im November hat der erste stromproduzierende Radweg bereits 3000 Kilowattstunden Strom produziert. Der 70 Meter lange Streckenabschnitt übertrifft damit in der ersten Testphase alle Erwartungen. Der bisherige Erfolg könnte das Projekt tatsächlich zu einem Modell der Zukunft machen.

Genug Strom für einen Haushalt


Der bisherige Ertrag ist insbesondere angesichts der jahreszeitlichen Witterungsbedingungen der Wintermonate erstaunlich. Es ist zu erwarten, dass die Stromproduktion in den sonnenreichen Sommermonaten noch größer ausfällt. „Wenn wir das auf eine Jahresausbeute hochrechnen, erwarten wir mehr als die 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter, die wir im Laborstadium als Obergrenze geschätzt haben“, freut sich SolaRoad-Sprecher Sten de Wit. „Das reicht, um einen Singlehaushalt ein Jahr lang mit Strom zu versorgen.“ Der von den Solarmodulen erzeugte Strom wird direkt ins Netz eingespeist. Er könnte beispielsweise Ampeln oder die Straßenbeleuchtung versorgen. Visionäre wollen später auch Elektroautos über Straßenbeläge aufladen.

Trotz hoher Kosten ein Zukunftsmodell


Auf dem Radweg sind Solarzellen direkt in den Straßenbeton eingelassen. Direkt daneben verläuft eine Fahrbahn ohne Module, die der Testung von verschiedenen Oberflächenbeschichtungen dient. Trotz der Erfolgsbilanz hat sich diese bereits als wichtig herausgestellt, da sich Ende Dezember ein Teil der Beschichtung aufgrund starker Temperaturschwankungen ablöste. Eine neue langlebigere Beschichtung ist bereits in Arbeit. Tatsächlich ist das Potenzial der Technologie nicht zu unterschätzen. Die nutzbare Fläche auf sämtlichen Straßen ist riesig. Nur der Preis steht dem noch im Weg.

Die Kosten des Pilotversuchs liegen bei drei Millionen Euro. Nach erfolgreichem Abschluss der dreijährigen Testphase könnten die Straßenmodule für größere Projekte freigegeben werden. Die kosten für die Produktion würden bei größeren Stückzahlen erheblich sinken, sodass sich ein Solarradweg innerhalb von 15 Jahren rechnen würde. Bei einer Betriebsdauer von 20 bis 25 Jahren würde der Betreiber über mehrere Jahre Gewinne machen.

Quellen:
Wirtschaftswoche Green
Netzwelt
Ingenieur.de