Stromfresser schnell identifizieren

Der erste und häufig sinnvollste Schritt für geringere Stromkosten ist und bleibt in den Zeiten des ständigen Preisanstiegs der kostbaren Energie der Wechsel des Tarifs oder sogar des Anbieters. Doch damit sind die Möglichkeiten längst nicht ausgeschöpft.

von Redaktion
News

Datum: 04.03.2016 16:51

Gemäß dem Motto „bei steigenden Preisen muss einfach der Bedarf gedrosselt werden“ machen sich Verbraucher vermehrt Gedanken über alternative Sparmaßnahmen bei den Energiekosten. Schließlich lauern in vielen Haushalten einige sogenannte Stromfresser, die den Verbrauch und die Höhe der Stromrechnung unnötig nach oben treiben. Das Energieverbraucherportal zeigt, wie verbrauchsstarke Geräte identifiziert werden können und wo das größte Potenzial zum Strom sparen lauert.

Energieeffizienz moderner Geräte unterstützt Strom sparen


Obwohl in den letzten 20 Jahren die Ausstattung deutscher Haushalte mit Elektrogeräten, wie Mikrowellen, Wäschetrocknern und Computern, massiv zugenommen hat, ist insgesamt ein leichter Rückgang des Energieverbrauchs in privaten Haushalten festzustellen, der sich Prognosen zufolge fortsetzen wird. Dieser ist darauf zurückzuführen, dass die Energieeffizienz vieler Geräte ständig verbessert wird und Geräte mit veralteten Standards nach und nach vom Markt verschwinden oder sogar von der EU verboten werden. Durch die Anschaffung moderner, sparsamer Haushaltsgeräte und einige Verhaltensänderungen lassen sich laut Stiftung Warentest in einigen Bereichen effektiv Strom sparen und die Kosten um bis zu 90 Prozent senken.

Dank immer strengeren Vorgaben seitens der Politik sind viele Verbrauch- und Kostentreiber bei neuen Elektrogeräten heute nicht mehr zu finden. So ist beispielsweise der Maximalverbrauch von Kaffeemaschinen, Fernsehern und Waschmaschinen im Standby-Modus mittlerweile auf maximal 1 Watt begrenzt. Zudem schaffen Kennzeichnungspflichten einen besseren Durchblick beim Neukauf: Seit 1998 wird der Energieverbrauch von Haushaltsgeräten europaweit einheitlich mit dem EU-Energielabel gekennzeichnet. Es gibt die Verbrauchsklasse in Kategorien von A bis G an und erleichtert die Suche nach sparsamen Modellen.

Kostentreiber sind Kühl- und Heizgeräte


Vor allem bei Geräten, die Tag und Nacht in Betrieb sind, ist es besonders ratsam, auf ein Modell mit geringem Stromverbrauch zu setzen. Mit knapp 20 Prozent sind Kühl- und Gefriergeräte anteilig die größten Stromverbraucher im Haushalt. Von A+++ bis D reichen mittlerweile die Energieeffizienzklassen von zugelassenen Kühlschränken, seit 2012 sind Kategorien A bis D allerdings nicht mehr im Handel erhältlich. Obwohl Kühlschränke in der Regel eine lange Lebensdauer haben, ist es gerade hier ratsam, trotz erhöhter Anschaffungskosten technisch veraltete Modelle frühzeitig auszutauschen.
Weiterer Tipp zum Strom sparen: Beim Neukauf sollte man neben der Energieeffizienzklasse unbedingt darauf achten ein Kühlgerät zu wählen, welches den eigenen Bedürfnissen entspricht, denn je 100 Liter Nutzungsvolumen steigt der Energieverbrauch um beachtliche 20 Prozent.

Heizung, Wasser, Licht: Alltägliches mit viel Potenzial zum Strom sparen


Noch ein Stromfresser lauert in alten Heizungspumpen. Sie sind häufig ebenfalls rund im die Uhr in Betrieb, auch dann, wenn kein Heizwasser in den Heizkörpern benötigt wird. Nicht selten entstehen für ein Einfamilienhaus dadurch Kosten in Höhe von 160 Euro pro Jahr, von denen sich 90 Prozent mit einer Hocheffizienzpumpe, die ihre Leistung dem Bedarf anpasst, einsparen lassen. Auch bei der Warmwasserbereitung kann mit den richtigen Geräten viel Energie gespart werden. Weniger effiziente, hydraulische Durchlauferhitzer verbrauchen bis zu 20 Prozent mehr Energie als neuere elektronisch geregelte Modelle mit genau einstellbarer Temperatur. Bei weiter entfernt liegenden Wasserhähnen in Küche und Gästebad sind immer noch häufig Geräte im Einsatz, die einen hohen Wärmeverlust haben und ständig nachheizen müssen. Auch für diese verbreiteten Untertischgeräte gibt es mit Kleindurchlauferhitzern eine verbrauchsarme Alternative.

Ein häufig unterschätzter Kostenpunkt ist mit rund 10 Prozent am Gesamtverbrauch die Beleuchtung. Seit 2012 ist die alte Glühlampe endgültig vom Markt verbannt, 2016 werden auch Halogenlampen und Leuchten mit einer schlechten Energieeffizienzklasse von dem Verbot betroffen sein. Wesentlich effizienter sind Energiesparlampen und insbesondere LEDs - sie verbrauchen rund 80 Prozent weniger und haben eine längere Lebensdauer.

Verbrauchsexplosion durch neue Medien


Anteilig hat die Unterhaltungselektronik und Büroausstattung, mit Fernsehern, Computern und Musikanlagen, in den vergangenen 15 Jahren den größten Zuwachs am privaten Stromverbrauch erfahren. Mit mittlerweile 25 Prozent am gesamten Verbrauch lohnt sich auch bei Computern, Fernsehern und Unterhaltungselektronik ein Blick auf die Verbrauchsbilanz. Mit dem Wechsel von einem Röhren- auf einen Flachbildfernseher lassen sich Stromkosten um bis zu 50 Prozent reduzieren. Allerdings ist die Größe des Bildschirms entscheidend für den Energieverbrauch. Dies gilt insbesondere bei etwas verbrauchsintensiveren Plasmageräten. Auch hier kann das Energieeffizienzlabel von A+ bis F weiterhelfen. Ebenso tragen der Dauerbetrieb von Computer, Drucker und Faxgerät zu einem erhöhten Stromverbrauch bei. Auch die Gerätewahl kann entscheidend sein, beispielsweise ist ein Laptop verbrauchsärmer als der fest installierte PC.

Modernisierung schont langfristig den Geldbeutel


Die heimlichen Stromfresser lassen sich häufig schon daran erkennen, dass ihr Netzteil permanent warm ist oder Kontrolllampen leuchten. Um den genauen Verbrauch einzelner Haushaltsgegenstände zu ermitteln, kann ein Strommessgerät zwischen Steckdose und Netzstecker des jeweiligen Geräts geschaltet werden. Diese sind bereits für 20 Euro erhältlich oder können häufig kostenlos bei Verbraucherzentralen, Energieberatern und Stromversorgern ausgeliehen werden. Sie messen den durchlaufenden Strom und ergeben bei längeren Messungen den Energieverbrauch in Kilowattstunden und zeigen, wo der Austausch des Geräts sich lohnt.

In den letzten Jahren sind Elektrogeräte bis zu 80 Prozent sparsamer geworden. Trotz der zusätzlichen Kosten durch eine Neuanschaffung amortisiert die Investition in neue Geräte häufig schon nach wenigen Jahren durch erhebliche Einsparungen bei den laufenden Kosten aus.

Quellen:
Verbraucherzentrale NRW, Strom sparen einfach gemacht
Verbraucherzentrale NRW
Stiftung Warentest
Stiftung Warentest
Stiftung Warentest
Focus
Prognos.com