TelDaFax wird für Bayer Leverkusen zum teuren Nachspiel

Bayer Leverkusen muss dem insolventen Strom-Discounter TelDaFax 18,5 Millionen Euro zurückzahlen, so das heutige Urteil des Landgerichts Köln. Der Grund: Obwohl der Bundesligist von den finanziellen Schwierigkeiten seines damaligen Trikotsponsors wusste, hielt dieser am Vertrag fest.

von Matthias Epkes
News

Datum: 07.11.2014 11:33

Leverkusen muss deutlich mehr an TelDaFax zahlen als erwartet


Insgesamt 18,5 Millionen Euro - 16 Millionen Euro plus Zinsen - muss Bayer Leverkusen dem ehemaligen Energieunternehmen zurückzahlen. So hat das Landgericht Köln am heutigen Mittwoch entschieden. Einen ersten Vergleich über 7,3 Millionen Euro war von beiden Seiten noch abgelehnt worden. Für den Verein war diese Summe bereits bedeutend zu groß, mit dem heutigen Urteilhat sich die Summe noch einmal mehr als verdoppelt. Bayer Leverkusen kann gegen die Entscheidung des Gerichts noch Berufung einlegen.

Biner Bähr, der Insolvenzverwalter von TelDaFax, hatte bereits im April 2013 Klage beim Landgericht Köln eingereicht, weil Bayer die Sponsorengelder nicht zurückzahlen wollte. TelDaFax war von 2007 bis 2011 Trikotsponsor des Spitzenclubs der Bundesliga. Gelöst wurde der Vertrag zwischen beiden Parteien wenige Tage bevor das Unternehmen unterging. Die 16 Millionen Euro wurden zwischen den Jahren 2009 und 2011 überwiesen. Laut Insolvenzverwalter war der ehemalige Strom-Discounter bereits zu dieser Zeit hoffnungslos überschuldet.

Hat Bayer zu spät auf die Misere von TelDaFax reagiert?


Laut Handelsblatt soll der aktuelle Champions-League-Teilnehmer von den Problemen bei TelDaFax gewusst haben. Demnach soll es immer wieder Gespräche zwischen dem damaligen Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser und Michael Josten, einem der früheren TelDaFax-Manager, gegeben haben. Auch in der Presse waren zahlreiche Artikel zu lesen, die über die Misere beim Discounter berichteten. Erst Mitte 2011 gab der Verein dann offiziell bekannt, dass man den Vertrag mit TelDaFax auflösen werde, da der Stromanbieter die restlichen Sponsorengelder für eigene Belange benötigt. Brisant: Während des Sponsorings hatte TelDaFax werbewirksam unter anderem den Weltmeister Rudi Völler sowie die Mannschaft des Werksclubs eingesetzt. Immer mehr Kunden schlossen die Verträge mit dem fragwürdigen Vorauskasse-Modell ab, während sich das Unternehmen bereits im Sinkflug befand.

Für TelDaFax bleibt der Prozess mit Bayer Leverkusen indes nicht die einzige Baustelle. Insgesamt warten 500.000 Gläubiger, zum großen Teil geprellte Kunden, auf ihre Forderungen.

Quellen:
WDR
Bayer 04 Leverkusen
Handelsblatt
Handelsblatt
Spiegel