Von Autobatterien zum Stromspeichermodell der Zukunft

Mit der Verbindung zweier Systeme wollen der US-Elektroautohersteller und das deutsche Energieunternehmen LichtBlick die Energiemärkte neu gestalten. Die Einbindung der neuen Tesla „Powerwall Home Battery“ in die IT-Technologie von LichtBlick zu einem riesigen Schwarmstromspeicher soll einen ungelösten Schwachpunkt der Energiewende lösen.

von Bente Löhndorf
News

Datum: 11.11.2015 13:59

Kurz nach der Vorstellung des neuen Powerwall-Batteriespeichers von Tesla kündigen der amerikanische Elektromobilhersteller und das deutsche Energie- und IT-Unternehmen LichtBlick eine globale Energiepartnerschaft an. Gemeinsam wollen sie die Energiemärkte revolutionieren, zunächst in Deutschland, später ausgeweitet auch in ganz Europa, den USA und Australien. Die zentralen Akteure sind dabei nicht der Staat, Versorger oder Betreiber von Ökostromanlagen sondern private Verbraucher, die in einem vernetzten System einen riesigen Stromspeicher schaffen sollen.

Vernetzter Superakku


„Die neuen Tesla-Batterien markieren einen Meilenstein, denn kostengünstige und leistungsfähige Speicher sind eine Schlüsseltechnologie der dezentralen Energie-Revolution“, sagt LichtBlick-Gründer und CEO Heiko von Tschischwitz. Bisher sind die Batterien nur als Zwischenspeicher für Haushalte oder Unternehmen mit eigenen Solaranlagen attraktiv gewesen. In Kombination mit der Schwarmtechnologie von LichtBlick können aber auch andere Haushalte und Firmen ohne eigene Stromerzeugungsanlagen von den Batterien profitieren.

Mit der IT-Plattform „SchwarmDirigent“ vernetzt LichtBlick schon heute über eintausend lokale Einheiten aus lokalen Erzeugern und Speichern zu einem digitalen Kraftwerk. Die neue Tesla-Batterie soll das Prinzip auf das nächste Level bringen. Sie soll künftig überschüssigen Wind- und Sonnenstrom aus dem Stromnetz aufnehmen und diesen zu ökostromarmen Zeiten wieder zurück in das Netz speisen. Für diesen Vorgang sollen die Besitzer der Akkus an den Erlösen beteiligt werden und dadurch die Anschaffungskosten in Höhe von 3000 US-Dollar schnell wieder einspielen.

Verbraucher nehmen Energiewende selbst in die Hand


Nicht nur für die Schwarmteilhaber wäre das Projekt ein zukunftsweisendes Vorhaben, wie Tschischwitz erläutert: „Die optimierte Nutzung millionenfach installierter Batterien auch außerhalb der Gebäude ist der entscheidende Schritt, um die dezentrale Energiewelt zum systembestimmenden Fundament unserer Energieversorgung zu machen.“ Schließlich fehlt es bis heute an einer marktfähigen Idee zur Zwischenspeicherung von Ökostrom. Eben diese werden jedoch dringend benötigt, um künftig Angebot und Nachfrage auf dem Energiemarkt aufeinander abzustimmen.

Quellen:
Lichtblick.de
iwr.de
Spiegel