Verbrauchertipps bei Ärger mit dem Stromanbieter

In den letzten Jahren haben Schlagzeilen und auch eigene negative Erfahrungen mit sogenannten „Strom-Discountern“ für zunehmende Unsicherheit bei Verbrauchern gesorgt. Wenn es, wie in letzter Zeit, zu Nachrichten über Unstimmigkeiten zwischen Stromanbietern und den Netzbetreibern kommt, geraten viele Kunden zusätzlich in Unruhe. Ärger ist in diesem Fall verständlich, doch Panik muss nicht sein.

von Christina Schröder
News

Datum: 22.11.2016 10:01

Selbst wenn dem eigenen Stromanbieter aus irgendwelchen Gründen der „Saft“ abgestellt wird, wird der Nutzer weiterhin mit Strom beliefert, schließlich ist in Deutschland die Versorgungssicherheit per Gesetz garantiert Er fällt dann in die Grundversorgung des jeweiligen lokalen Anbieters zurück, welche meist teurer als das Angebot des vorigen Stromanbieters ist. Doch bereits nach einem Monat kann der Verbraucher von der Grundversorgung wieder zu einem von ihm ausgewählten beliebigen Tarif wechseln – er besitzt in der Grundversorgung immer eine Kündigungsfrist lediglich 2 Wochen.

Vertragliche Kundenbindung durch neue AGBs


Konkrete Beispiele für dieses Szenario gab es im Sommer 2016 zuhauf: So wurde dem Stromdiscounter Care-Energie von den Netzbetreibern aufgrund von Rechtsstreitigkeiten die Durchleitung in einigen Gebieten verwehrt. Care-Energy konnte seine Kunden nicht mehr beliefern und diese landeten automatisch bei den zuständigen Grundversorgern.
Care-Energy forderte seine Kunden in Folge laut Informationen des Marktwächter Energie (Verbraucherzentrale Niedersachsen)…. dazu auf, neue Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) zu unterschreiben, dann würde der Strom wieder fließen. Allerdings erteilte der Kunde mit seiner AGB-Zustimmung Care-Energy die Vollmacht, in seinem Namen einen Vertrag mit einem anderen Lieferanten zu schließen Somit endet der Vertag mit Care-Energy nicht automatisch, sondern muss aktiv gekündigt werden.

Wie komme ich aus dem alten Vertrag heraus?


In solchen Fällen rät der Verbraucherschutz, den Vertrag umgehend zu kündigen. Die Kündigung sollte den Passus enthalten, dass sie sich auf alle erteilten Vollmachten und dadurch abgeschlossenen Verträge bezieht. Zusätzlich sollte die Weiterleitung der Kündigung an das zuständige Unternehmen angemerkt werden.

Jeder betroffene Verbraucher sollte zum Kündigungszeitpunkt den Zählerstand ablesen und diesen dem eigenen Stromanbieter, so wie dem Netzbetreiber mitteilen. Zuletzt sollte das Schreiben per Einwurf-Einschreiben gesendet werden und nicht als Email.

Quellen:
Verbraucherzentrale
Spiegel
Marktwaechter-energie.de