Vattenfall vor Verkauf des Braunkohlegeschäfts

Vattenfall möchte sich bis zum Ende des Jahres von seinen Braunkohle-Aktivitäten im Osten Deutschlands trennen. An diesen hängen allerdings auch 8000 Arbeitsplätze. Dessen Zukunft hängt stark mit dem neuen Besitzer zusammen.

von Matthias Epkes
News

Datum: 11.11.2015 13:45

Wie auch andere große Stromversorger hat Vattenfall im Jahr 2014 deutlich zu kämpfen gehabt. Die Großhandelspreise sowie die Nachfrage nach Strom und Gas sind gesunken, Unsummen werden für den Abbau der stillgelegten Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel fällig. Dies sind einige Gründe, warum sich der Stromkonzern aus Skandinavien vom Braunkohle-Geschäft trennen möchte. Derzeit betreibt Vattenfall den Tagebau in der Lausitz, der neben dem rheinischen Braunkohlenrevier und dem mitteldeutschen Braunkohlenrevier zu den größten Braunkohle-Tagebauten in Deutschland zählt. Ein ähnliches Modell der Aufspaltung wie es E.on vollzieht, sei kein Thema.
Auch die schwedische Regierung in Stockholm übt Druck auf den Konzern aus. Die rot-grüne Regierung zeigt sich gegenüber ökologischen Vorhaben sehr angetan und möchte auch den eigenen Staatskonzern zum sauberen Strom bewegen. Da passen die derzeitigen Aktivitäten von Vattenfall nicht ins Bild. Durch die Braunkohle bringt der Stromriese Unmengen an CO2 in die Luft.

Firmen zeigen Interesse – Arbeitsplätze in Gefahr


Dass der Verkauf kommen wird, gilt als sicher. Nicht sicher sind allerdings die 8000 Arbeitsplätze, die mit der Braunkohle zusammenhängen. Vor allem der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie und Energie, Michael Vassiliadis, sorgt sich um die Zukunft der Mitarbeiter. Vassiliadis ist neben seiner Aufgabe als Vorsitzender der Gewerkschaft auch stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat der Steag. Daher wurden auch Spekulationen laut, die Steag hätte Interesse an einem Kauf. Allerdings widersprach eine Sprecherin des Konzerns diesen Spekulationen.

Bereits vor dem offiziellen Verkaufsstart bekunden diverse Unternehmen ihr Interesse an der Braunkohle von Vattenfall. Neben dem tschechischen Versorger EPH, der im deutschen Energiemarkt bereits durch das Tochterunternehmen MIBRAG bekannt geworden ist, melden sich auch Finanzinvestoren wie KKR und Blackstone. Letzterer ist hierzulande im Energiesektor bereits tätig geworden. Die Arbeitnehmer der Tagebauten werden daher in eine unsichere Zukunft blicken und sehr genau darauf schauen, wer der neue Besitzer werden wird.

Quellen:
Wirtschaftswoche
Tagesspiegel
Rheinische Post