VZ fordert Senkung vom Strompreis in der Grundversorgung

Mit den Kosten für die Energiewende begründen Energieversorger den stetigen Strompreis- Anstieg. Laut der Verbraucherzentrale NRW hätten die Preise jedoch sinken müssen. Obwohl es in den letzten Jahren eine Kostenreduktion beim Stromeinkauf gegeben hat, kommt dies bei den Verbrauchern zumeist nicht an. Mit dem Verweis auf die ständige Erhöhung des EEG und steigende Vertriebskosten flattern stattdessen häufig Tariferhöhungen ins Haus.

von Bente Löhndorf
News

Datum: 05.12.2014 12:45

Gestaltungsspielraum bei Stromkosten


Eine Langzeituntersuchung zwischen Dezember 2010 und Juni 2014 der Verbraucherzentrale macht deutlich, dass der von den Unternehmen nach Abzug von Steuern, Abgaben und Netzentgelten beeinflussbare Preisbestandteil einige der untersuchten Grundversorger um bis zu 25 Prozent über dem Branchenschnitt liegen. 106 Grundversorger Nordrhein-Westfalens wurden hinsichtlich der Unternehmensspanne, die sich aus den Kosten für den Stromeinkauf, den Vertriebskosten und der Marge zusammensetzt. Im Branchendurchschnitt liegt diese seit Dezember 2010 bei 8,6 Cent, sie hätte jedoch nach Auffassung der Verbraucherzentrale sinken müssen, wenn sich die Preisgestaltung stark an den Kosten orientieren würde. Im Untersuchungszeitraum ist der Strompreis in NRW jedoch um 23 Prozent angestiegen, die Verbraucherzentrale vermutet ähnliche Verhältnisse in anderen Bundesländern.

Verbraucherzentrale kämpft für Kostensenkungen beim Strompreis


Die Verbraucherschützer sehen die soziale Idee der Grundversorgung verletzt. "Die Grundversorgung ist kein Tarif wie jeder andere, sondern dient auch im geöffneten Strommarkt noch der staatlichen Daseinsvorsorge", sagt Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Den Grundversorgungstarif beziehen alle Verbraucher, die sich niemals für einen Wechsel zu einem anderen Versorger entschieden haben automatisch. Derzeit betrifft das bundesweit rund 37 Prozent der Haushalte. Ein Sprecher des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärte, die Analyse der Grundversorgungstarife sei wenig aussagekräftig, weil ein Großteil der Bevölkerung andere Tarife abgeschlossen habe. Zudem werde Strom häufig mehrere Jahre im voraus eingekauft, Preisrückgänge an der Börse könnten daher nicht direkt an die Kunden weitergegeben werden.

Die Verbraucherzentrale NRW setzt sich allerdings dafür ein, dass die Energieversorger schon im kommenden Jahr ihre Preise senken. Die Studie wurde dem Kartellamt übergeben, um zu prüfen, ob die Konzerne ihre Marktmacht missbrauchen. Zudem möchte sie, dass in der aktuell diskutierten Novelle der Grundversorgungsverordnung festgeschrieben wird, dass Versorger eine Reduktion der Einkaufskosten direkt an die Verbraucher weitergeben. Auf den Ausgang dieser Entwicklungen müssen Stromkunden jedoch nicht warten. Mit einem Wechsel zu einem günstigen Tarif können sie häufig ohne viel Aufwand ihre Stromkosten erheblich senken.

Quellen:
Verbraucherzentrale NRW
Der Spiegel
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