CO2-Emmissionen: Noch 30 Jahre Kohlerausch bis zu Kollaps

Rechtzeitig zum UNO-Klimagipfel in New York zeigen neue alarmierende Zahlen, dass es höchste Zeit für drastische Maßnahmen ist. Die Konzentration von Kohlendioxid hat einen neuen Rekordstand erreicht und wächst immer schneller an.

von Bente Löhndorf
News

Datum: 07.11.2014 11:30

Seit 30 Jahren ist die Kohlendioxidkonzentration in der Luft nicht so stark angestiegen wie zwischen 2012 und 2013. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) berichtet, dass die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre einen neuen Höchststand erreicht hat. Parallel dazu mahnt eine neu veröffentlichte „Globale Kohlenstoffbilanz“, dass nur noch 30 Jahre fossile Energien in unverändertem Ausmaß verbrannt werden dürfen. Wenn der CO2-Ausstoß auf dem aktuellen Level beleibt, erreichen wir binnen einer Generation den Schwellenwert von 3200 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in der Luft, der Schätzungen zufolge nicht überschritten werden darf, wenn die Erreichung des Zwei-Grad-Ziels eine reelle Chance haben soll.

Rekordjagd beim CO2 muss gestoppt werden


2014 stiegen die Treibhausgasemissionen bisher um 2,5 Prozent. Damit stehen die Chancen nicht schlecht, dass nach dem Vorjahresrekord von 36 Milliarden Tonnen ein neuer Höchststand bei den Ausstoßwerten erreicht wird. Eine Forschergruppe um Pierre Friedlingstein von der University of Exeter rechnet hingegen vor, dass der CO2-Ausstoß jedes Jahr um mindestens fünf Prozent sinken muss. Nach Schätzungen des Weltklimarats ist die Reduktion der Treibhausgasemissionen beinahe die einzige Möglichkeit, um die Klimaerwärmung aufzuhalten.

Kaum Output beim UNO-Klimagipfel


Der Zeitpunkt für die Veröffentlichung der Studien war geschickt gewählt. In der vergangenen Woche traf sie die UNO zu einem außerplanmäßigen Klimagipfel in New York. Den großen Durchbruch hatte niemand von dem Treffen erwartet, doch es sollte ein wichtiger Zwischenschritt bei den Verhandlungen um einen neuen Klimavertrag zur Minderung der CO2-Emissionen sein, der Ende 2015 in Paris geschlossen werden soll. Hohe Erwartungen werden vor allem an China und die USA gestellt, die mit 28 und 14 Prozent den größten Anteil am weltweiten Kohlendioxid-Ausstoß verantworten. Sie setzten zuletzt wichtige Zeichen mit der verordneten Modernisierung von US-Kraftwerken und der Übernahme der Spitzenposition beim Ausbau erneuerbarer Energien. Dennoch hat China zuletzt auch hunderte Kohlekraftwerke errichtet, und der Reformkurs von US-Präsident Obama ist auf die Zustimmung des im November zur Wahl stehenden Senats angewiesen. So blieb der Klimagipfel, wie erwartet, eher ein Schaulaufen der US-Prominenz: Ex-Vizepräsident Al Gore, Morgan Freeman und Leonardo Di Caprio stimmten die Weltgemeinschaft mit den üblichen Appellen auf ein neues Zeitalter ein. Die Staatschefs aus Deutschland, China und Indien hielten es hingegen nicht für nötig dem Treffen beizuwohnen.

Quellen:
Der Spiegel
Der Spiegel
Tagesschau