Warum die COP23 so wichtig für die Fidschis ist

Paradiesische Sandstrände, Sonne satt, vielfältige Flora und Fauna. Eine direkte Verbindung mit unserer ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn fällt schwer. Doch für kaum einen Teilnehmer ist die Klimakonferenz COP23 von vergleichbarer Dringlichkeit wie für den kleinen Inselstaat Fidschi. Doch warum ausgerechnet Fidschi?

von Matthias Epkes
News

Datum: 06.11.2017 13:11

Die Klimakonferenz der UN COP „wandert“ zum 23ten Mal  von Ort zu Ort. In diesem Jahr hält der kleine Inselstaat Fidschidie Präsidentschaft. Allerdings sind die Inseln für die erwarteten 25.000 Teilnehmer und dem gewaltigen logistischen Aufwand zu klein. Daher übernimmt Bonn als Sitz des UN-Weltklimasekretariats die Aufgabe des technischen Gastgebers. Für die Fidschis wird eine solche Veranstaltung zum Thema Klimawandel deutlich wichtiger als für den COP-Standort Deutschland.

Fidschis Premier „stolz“ den Vorsitz zu haben

Die pazifischen Inselstaaten sind im Besonderen vom Klimawandel betroffen. Fidschi übernimmt die Präsidentschaft der COP23 damit stellvertretend für viele weitere Staaten im Pazifik, die vom steigenden Meeresspiegel, stärkeren Stürmen und veränderten Bedingungen für die Landwirtschaft betroffen sind. In einer Pressemitteilung betont der Premierminister der Fidschis, Frank Bainimarama, dass er stolz sei, nach Bonn kommen zu dürfen, allerdings nicht ohne auf die Folgen des Klimawandels hinzuweisen. Für ihn sei es die wichtigste Mission, die das Land jemals unternommen habe.

Klimawandel bedroht Inselstaaten wie die Fidschis

Die Dringlichkeit zeigen die aktuellen Folgen des Klimawandels, mit denen die Inseln zu kämpfen haben. 45 Dörfer müssen dringend verlegt werden. Auf der Insel „Ono“ droht ein ganzes Dorf zu verschwinden. Einige Häuser stehen bereits unter Wasser. Dabei ist nicht nur die schlichte Umsiedlung ein Thema und die dazugehörende Suche nach geeigneter Fläche. Ebenfalls muss die Trinkversorgung gesichert und Weide- und Ackerflächen gefunden werden, damit die grundlegende Versorgung nicht in Gefahr ist. Schlimmer trifft es da beispielsweise die benachbarte Inselgruppe Kiribati. Wenn es ungünstig verläuft, wird es den Inselstaat in 30 Jahren nicht mehr geben. Eine Insel Fidschis soll als Zufluchtsort dienen.

Etwas fragwürdig mag da die Benennung Bonns als Austragungsort sein. Nicht nur die geographischen Entfernung trennt beide Orte (Luftlinie 16.000km), auch unterscheidet sich hier ein Verursacher von denen, welche die Folgen in ihrer ganzen Härte zu spüren bekommen. Das rheinische Kohlerevier in der Nähe von Bonn bläst durch dort ansässige Kohlekraftwerke enorme Mengen des klimaschädlichen Gases CO2 in die Luft. Daher wird entscheidend sein, wie die Eindrücke von der Konferenz in Bonn einen Einfluss auf die Sondierungsgespräche haben werden.

De Republik Fidschi besteht aus insgesamt über 300 Inseln und liegt etwa 2000 Kilometer über der neuseeländischen Hauptstadt Auckland im pazifischen Ozean. Hauptstadt des kleinen Staates mit 890.000 Einwohnern ist Suva auf der Hauptinsel Viti Levu. Amtssprachen sind Fidschianisch, Fidschi-Hindi und Englisch, bezahlt wird in Fidschi-Dollar.

Quellen:

COP23

giz

Regierung Fidschis (PM)

ZDF