Dänische Windenergie übersteigt den nationalen Energiebedarf

Wenn der Wind richtig steht, wie vorvergangenen Donnerstag, sind dänische Windkraftanlagen fähig, 140 Prozent des nationalen Energiebedarfs zu decken. Die Überschüsse gingen an die Nachbarländer.

von Bente Löhndorf
News

Datum: 11.11.2015 14:06

Dänemark verdeutlicht mal wieder seine Vorreiterrolle in der Energiewende. Am zweiten Donnerstag im Juli konnte aufgrund der großen Windstärke und guten Wetterbedingungen mehr Windenergie produziert werden als das Land selbst benötigte. Die britische Zeitung „the Guardian“ berichtet, dass die Windkraftanlagen 116 Prozent des dänischen Energiebedarfs decken konnten. In der Nacht zum Freitag wurden aufgrund des verringerten Energiebedarfs sogar 140 Prozent erreicht, obwohl die Windanlagen nicht ihre maximale Auslastung erreichten. Die überschüssige Energie wurde an die Nachbarstaaten weitergeleitet. 80 Prozent des Überschusses wurden zu gleichen Teilen nach Deutschland und Norwegen exportiert, das die Energie in Stauseen speichern kann. Schweden erhielt die verbleibenden 20 Prozent.

100% Ökostrom ist möglich


Oliver Joy, Sprecher der European Wind Energy Association, zeigte sich erfreut: Das Beispiel zeige, dass eine Welt mit 100 Prozent erneuerbaren Energien keine Fantasie sei. Windenergie könne eine Lösung für die Reduzierung des CO2-Austoßes sein und eine Versorgungsgarantie in Zeiten hoher Nachfrage.

Dänisches Erfolgssystem


Kees van der Leun vom Beratungsunternehmen Ecofys energy consultant schätzt, dass Dänemark 2020 in der Lage sein könnte, die Hälfte seines Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien zu decken, wenn es den Ausbau von Windkraftanlagen weiter vorantreibt. Etwa drei Viertel seiner Windkapazitäten deckt Dänemark derzeit mit Windkraftanalgen an Land ab. Die enormen Erfolge beim Systemwechsel zu erneuerbaren Energien sind unter anderem auf erhebliche staatliche Subventionen zurückzuführen.

Um die Energiewende in Europa voranzutreiben fordert Joy Investitionen in die veraltete Netzinfrastruktur. Die EU-Staaten müssten ihre Grenzen öffnen und den Energiehandel länderübergreifend auf einem Markt zusammenführen.

Quelle:
trueactivist.com