Energiesparinnovationen: zwischen Spielerei und Nutzen

Inzwischen gibt es viele Produkte, die behilflich beim Energiesparen im Haushalt sein sollen. Einige Gadgets sind so teuer in der Anschaffung im Verhältnis zum Ersparten, dass der finanzielle Nutzen fraglich erscheint. Andere Geräte sind wiederum einfach nur Spielerei, deren Effektivität zweifelhaft ist. Trotzdem haben wir unter all den Angeboten zwei interessante Ideen gefunden, die es sich vorzustellen lohnt.

von Benedict Funken
News

Datum: 18.08.2017 16:30

Eigene alternative Energie

Ein durchaus ernstgemeintes Gadget ist folgende Innovation. Die kleine Solaranlage für den Balkon ist solch ein Projekt. Sie bietet die Möglichkeit, eigene alternative Energie zu produzieren. Die Vorteile dieser Solaranlage  gegenüber herkömmlichen Dachkonstruktionen sind zahlreich. Das Panel wird wie ein Blumenkasten an dem Balkongeländer angebracht, ist deshalb platzsparend und auch in Mietwohnungen nutzbar. Außerdem wird keine Nutzfläche verbraucht. Die mobile Konstruktion erhöht die Flexibilität gegenüber festen Installationen, lässt sie sich doch jederzeit mit wenigen Handgriffen abmontieren. 

Inzwischen gibt es mehrere Hersteller und Varianten dieser Mini-Solaranlage. Die durchschnittlichen Panelmaße sind 70x140cm bei einem Gewicht von etwa 20 Kilogramm. Bis zu 150 Watt sind bei intensiver Sonneneinstrahlung umsetzbar. Ein integrierter Wechselstromrichter speist den Strom über einen einfachen Stecker in der Steckdose direkt in den Stromkreislauf ein und sorgt dafür, dass der Stromzähler langsamer läuft.  

Der Kostenpunkt dieser Anlagen liegt momentan zwischen 400 und 600 EURO. Herstellerangaben zufolge können angeblich bis zu 100 EURO jährlich gespart werden. Finanzielle Vorteile erhält der Verbraucher also erst nach mindestens vier Jahren.  Ob dies eine (zu) lange Dauer bis zur Rentabilität darstellt, muss jeder für sich entscheiden. Feststeht jedenfalls, dass die Solaranlage für den Balkon mehr ist als eine Spielerei für Energiespargeeks.  


Smartes Duschen

Weniger kostspielig, dafür mehr Spielerei bietet folgendes Gadget. Dieses Gerät ist angelehnt an eine Art Duschampel, kann aber mehr. Ein Wasserzähler für die Dusche zeigt dem Nutzer den Wasser- und Energieverbrauch während eines Duschgangs an. 
Er wird einfach zwischen Schlauch und Duschkopf geschraubt und zeigt auf einer digitalen Anzeige in Echtzeit Temperatur, Verbrauch und Effizienzklasse an. 

Allein durch die Installation des ca. 70 Euro teuren Geräts spart man keinen Strom. Der intelligente Wasserzähler hilft aber bei der Sensibilisierung für bewussten Verbrauch und kann Motivation für einen sparsameren Konsum liefern. Je nach Gerät gibt es die Möglichkeit seine Daten zu speichern und im Zeitverlauf einzusehen. 

Abgesehen vom Aspekt des Datenschutzes - meistens werden die Daten online gespeichert - bleibt die Frage nach dem Energiesparnutzen von derartigen Querschnittsdaten. Dennoch reiht sich ein intelligenter Wasserzähler gut in den neuen Trend des Smart-Meterings ein und kann neben spaßiger Spielerei tatsächlichen Nutzen für den Konsumenten erzeugen. 
Mit der Zeit kommen immer mehr Entwicklungen auf dem Markt, die dem Verbraucher beim Energiesparen helfen sollen. Der Trend geht eben zum Smart Metering. Dem Konsumenten wird sein Verbrauch digital aufgezeigt und soll Bewusstsein schaffen. Inwiefern das den Verbrauch real senken kann und zum Handeln führt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Wer Energiesparen will, der kann!    

Quellen:
FOCUS 
ARD MEDIATHEK 
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