Indien als Vorreiter im Klimawandel?

In Indien haben immer noch 300 Millionen Menschen keinen Zugang zu Strom. Doch kaum ein anderer Energiemarkt wächst zurzeit so rasant wie der indische. Das Land mit der zweitgrößten Bevölkerungsdichte wird in der Zukunft wahrscheinlich zu einer Energie-Supermacht heranwachsen.

von Christina Schröder
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Datum: 17.01.2017 10:04

Von der Energiearmut zum Kapazitätsriesen


Im Sommer fällt der Strom häufig aus. Die Hitze ist zu stark, die Kraftwerke können nicht genügend Elektrizität erzeugen. Doch seit dem Pariser Abkommen dreht die Regierung um Präsident Narendra Modi auf: ein Entwurf des Energieberichtes formuliert nicht nur das frühe Erreichen der Klimaziele, sondern auch eine „Übererfüllung“. Sonne und Wind sollen stärker genutzt werden, denn das Energiepotenzial von Indien ist groß. Bis 2022 sollen 175 Gigawatt Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Aus den Kohlekraftwerken sollen dann bis 2027 nur noch 44 Gigawatt des Energiebedarfs bezogen werden. Des Weiteren wird der Einsatz von Energiesparlampen gefördert und Hausdächer sollen stärker für Solarstrom genutzt werden.
Wenn Indien sein aktuelles Wirtschaftswachstum beibehalten will, müsste die indische Kapazität zur Stromerzeugung sich schon bis 2030 mindestens verdreifachen.

Unterstützung durch weltweite Unternehmen


Doch Indien ist nicht ganz allein für den fortschrittlichen Energieplan verantwortlich. Durch private Investoren im Solar- und Windenergiebereich wird eine schnellere Umsetzung ermöglicht. Beispielsweise plant der größte Mischwarenkonzern Indiens bis 2025 mehr als 40 Prozent des Energiebedarfs aus Solar-und Windanlagen zu beziehen. Firmen aus aller Welt finanzieren Kleinanlagen in Dörfern oder bauen große Solarparks. Die gute Sonneneinstrahlung führt sogar dazu, dass einige Betreiber den Strom teilweise günstiger anbieten können als Kohlekraftwerke.

Quellen
FAZ
Spiegel Online
Wallstreet Online
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