EU einigt sich auf Klimaziele für 2030

Die Staats- und Regierungschef der EU haben sich gestern in Brüssel auf die Klimaziele für 2030 geeinigt. Zentrale Punkte sind hierbei der Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie die Reduzierung des gesamten Kohlendioxidausstoßes.

von Matthias Epkes
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Datum: 05.12.2014 12:35

Der Ausstoß von CO2 soll im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent gesenkt, der Anteil von erneuerbaren Energien am Energiebedarf auf 27 Prozent gesteigert werden. Zudem soll der gesamte Energieverbrauch bis 2030 um 27 Prozent gesenkt werden. Die Beschlüsse sind verbindlich und gelten nicht für einzelne Länder, sondern EU-weit.

Schwierige Verhandlungen waren den Ergebnissen dabei vorausgegangen. Einige Länder waren der Ansicht, dass das ursprüngliche Ziel von 30 Prozent zu hoch angesetzt sei. Allen voran die Länder Großbritannien und Polen forderten niedrigere Ziele. Wenig verwunderlich, dass Angela Merkel die Klima-Ziele der EU als Kompromiss bezeichnete, mit dem die EU dennoch entscheidend in der Welt Einfluss nehmen könne.

Deutschland: Erneuerbare Energien hui, CO2-Ausstoß pfui


Merkel betonte, dass vor allem die Ziele bei den erneuerbaren Energien auch hätten stärker ausfallen können. Bereits jetzt produziert Deutschland 25 Prozent des eigenen Strombedarfs aus Sonne, Wind und Co., schwieriger erscheinen die Anforderungen hinsichtlich CO2. Erste Ziele, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu senken, werden nach Aussagen der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) bereits nicht zu erreichen sein. Maßnahmen, um den Ausstoß aktiv zu reduzieren, könnten eine Reform des Emissionshandels sowie die Senkung der Überkapazitäten bei den Kohlekraftwerken sein. 2013 wurden allein 45 Prozent des deutschen Stroms mit Kohle produziert.

Grünen-Chefin Peter: Klimaziele des europäischen Rats „mutlos“


Der Bund der Industrie (BDI) hatte bereits im Vorfeld des Klimagipfels erklärt, dass man eine Verschärfung der Ziele für kontraproduktiv halte. BDI-Geschäftsführer Markus Kerber warnt davor, dass Produktion und Arbeitsplätze verloren gehen könnten, sollten zu strenge Klima-Kriterien vereinbart werden. Für die Grünen gehen die nun beschlossenen Ziele indes nicht weit genug. „Der Europäische Rat hat gestern Nacht den Klimaschutz verraten“, so der Fraktionschef der Grünen Anton Hofreiter zu Spiegel Online. Auch Grünen-Chefin Simone Peter erklärt im Interview mit dem Deutschlandfunk, dass die Pläne „mutlos“ seien. 55 Prozent oder mehr Reduktion des CO2-Ausstoßes wäre für sie angemessen gewesen. Auch die Umweltorganisation Greenpeace kritisiert die neuerlichen Pläne der EU. „Europa kann und sollte mehr tun“, urteilte Mahi Sideridou von Greenpeace.

Welt-Klimagipfel 2015 in Paris


Die EU hält ihre Ziele dagegen für die ehrgeizigsten der Welt. Sie gelten als Voraussetzung für den Erfolg beim Weltklimagipfel, der Ende nächsten Jahres in Paris stattfindet. In einem Land, in dem fast 80% der Energie aus Atomstrom bezogen wird.

Quellen:
Reuters
Bund der Industrie (BDI)
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI)
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI)
Deutschlandfunk
FAZ
Handelsblatt
Spiegel
Tagesschau