GAT|WAT 2018: Gas- und Wasserbranche diskutiert über Digitalisierung, Sicherheit und ein klimaschonendes Energiesystem

Bis heute findet in Berlin mit der gat|wat 2018 Deutschlands wichtigster Branchenkongress der Gas- und Wasserwirtschaft statt. Wir geben einen Überblick über aktuelle Herausforderungen der Branche und die Themenschwerpunkte der Veranstaltung, die vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfachs DVGW organisiert wird.

von Sven Ebbing
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Datum: 24.10.2018 17:25

Vor allem klimapolitische Vorhaben der Regierung, die europäische Gesetzgebung und die Digitalisierung treiben die Gas- und Wasserbranche in Deutschland gegenwärtig um. Diese Themen bestimmen auch die gat|wat 2018, die erstmals in Berlin vor den Toren der großen Politik stattfindet. Mehr als 100 internationale Referenten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik referieren und diskutieren noch über viele weitere Themen.

Im Gasbereich geht es um die Rolle, die die Gasinfrastruktur im gesamten Energiesystem in den nächsten Jahrzehnten spielen wird. So hält beispielsweise Gazprom-Vorstandsmitglied eine Keynote darüber, wie sich der russische Gaskonzern eine CO2-arme Energiezukunft in der EU vorstellt. Energie-Staatssekretär Ulrich Nussbaum äußerte sich zu den kommenden Aufgaben für den Gassektor: Gas werde „die Lücke, die Kohle im Strom reißt und die Erneuerbare nicht füllen können“ schließen müssen. Deshalb würden laut Nussbaum auch mehr Gaskraftwerke gebraucht. Zusätzlich würde jedoch auch das Gas über die Nord Stream 2-Pipeline benötigt, um die Energieversorgung ausreichend zu sichern. Auch die zukünftige Bedeutung von Brennstoffzellen und Wasserstofftechnologien sowie die Möglichkeiten der Sektorenkopplung sind Thema in Berlin.

Wasserwirtschaft debattiert Chancen der Digitalisierung

Im Fokus der Wasserwirtschaft stehen neben der Überarbeitung der EU-Trinkwasserrichtlinie auch die gesellschaftliche Bedeutung der Trinkwasserversorgung und die Potenziale der Digitalisierung für die Branche. Ein Beigeordneter des Deutschen Städtetags spricht beispielsweise über den Einfluss, den die Entwicklung hin zur vernetzten Smart City auf die Wasserinfrastruktur haben wird. Auf dem Podium wird außerdem debattiert, inwieweit das Geschäftsmodell Wasserversorgung durch die Digitalisierung umgekrempelt wird. Ein weiterer Schwerpunkt des Wasserkongresses ist die Sicherheit der Wasserinfrastruktur: So referiert Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, über die staatliche Fürsorge für die Wasserversorgung und Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, bespricht das Thema IT-Sicherheit.

Austausch beim Stadtwerke-Forum

Als Nebenveranstaltung der gat|wat 2018 findet das Stadtwerke-Forum statt. Auch hier geht es vor allem um die schlaue Stadt der Zukunft. Katherina Reiche, Geschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen VKU, befasst sich damit, wie Stadtwerke „Enabler für die Smart City“ werden können. Außerdem tauschen sich Vertreter von Stadtwerken und Start-Ups über Innovationen im städtischen Raum aus, wie etwa digitale Lösungen zum Energiesparen.