Entscheidung zu Glyphosat - 5 Jahre als Übergangszeit

Die EU-Kommission hat die Zulassung des Herbizids Glyphosat verlängert. Mit dieser Entscheidung sind viele Verbraucher in Deutschland nicht einverstanden. Doch vielleicht ist die Entscheidung der EU notwendig, um in dieser Zeit nach Alternativen zu schauen.

von Matthias Epkes
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Datum: 29.11.2017 17:24

Keine wirkliche Alternative zum Glyphosat

Das Herbizid Glyphosat beherrscht derzeit die Medien des Landes. Der Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat trotz des Vetos der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), die eine Enthaltung Deutschlands forderte, für die Zustimmung des Einsatzes von Glyphosat für die kommenden fünf Jahren gestimmt. Damit verstieß er gegen die Geschäftsordnung der Regierung, die zwischen den Koalitionsparteien Union und SPD herrschte. Ein herber Rückschlag für künftige Koalitionsvereinbarungen.

Deutschland hätte sich der Stimme enthalten können. Frankreich stimmte in dieser Entscheidung sogar mit einem „Nein“. Allerdings gab der französische Präsident Emmanuel Macron auf Twitter die Einschränkung, dass ein Verbot dann komme, wenn es eine Alternative gäbe. Und da steckt das Problem. Was ist, wenn das Ausbringen von Glyphosat von heute auf morgen einfach verboten würde? So unpopulär der Unkrautvernichter ist: Eine wirkliche Alternative gibt es derzeit nicht. Es gibt zwar weitere Herbizide, die eingesetzt werden könnten, allerdings ist man sich sicher, dass diese deutlich schädlicher für Flora, Fauna und schlussendlich den Verbraucher sein könnten.

Eine Lösung geht immer: Bio-Produkte

Alternativ könnte die Landwirtschaft den Kampf gegen Unkraut mechanisch vornehmen, so wie es vor einigen Jahren bereits praktiziert worden ist. Diese Methode würde für die Landwirte eine größere Belastung bedeuten und vor allem mehr Zeit kosten. Ebenfalls sind Ertragseinbußen denkbar. Für die Mehrkosten müsste am Ende der Handel und schlussendlich der Verbraucher aufkommen. Da die Verbraucher mehrheitlich für ein Ende von Glyphosat sind, ist der Gedanke zumindest möglich, dass sie dazu bereit wären.Die Landwirtschaft plädiert für den Einsatz von Glyphosat, weil sie auf die Nutzung angewiesen ist, da ihre dazugehörige Saat sonst nicht bestehen könnte.

Eine Option für Verbraucher, um bereits beim nächsten Einkauf herbizidfreie Produkte zu kaufen, sind Bio-Produkte. Die ökologische Landwirtschaft kommt weitgehend ohne Einsatz von Chemie aus. Bei Bio-Produkten kann sich der Verbraucher sicher sein, dass Glyphosat kein Thema ist.

Schnellstmöglich eine Alternative zum Glyphosat

Für die kommenden fünf Jahre gibt es vor allem eine Aufgabe an die Landwirtschaft: Den Einsatz von Glyphosat auf das Mindeste zu reduzieren. An die Chemiekonzerne richtet sich die Botschaft, eine weniger schädliche Alternative zu entwickeln. Wenn es um die Gesundheit der Verbraucher und den Erhalt der Artenvielfalt bei Insekten und Vögeln geht, muss Vorsicht besser als Nachsicht sein. Sicherlich gehören mehr Faktoren dazu als nur der Einsatz eines Herbizides, allerdings ist es eine Stellschraube, an der künftig gedreht werden sollte.

Quellen:

Deutsche Welle

topagrar

Tweet Emmanuel Macron

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