Regelmäßige Heizabrechnung regt zum Sparen an

Wer regelmäßig über seinen Verbrauch und Heizkosten informiert wird, entwickelt ein neues Bewusstsein und ändert seine Heizgewohnheiten. Nach den Ergebnissen einer Studie von Ecofys sinkt dadurch der Verbrauch um fünf Prozent.

von Bente Löhndorf
News

Datum: 19.11.2015 17:31

Wenn die jährliche Heizkostenabrechnung ins Haus flattert, ist der Ärger oft groß und die Vorsätze zumeist ebenso. Doch kaum einen Monat später haben sich die alten Gewohnheiten häufig wieder eingeschlichen. Wenn Verbraucher jedoch regelmäßiger über ihren Wärmeverbrauch informiert werden würden, könnte das dabei helfen, bewusster zu heizen und Energie zu sparen. Zu diesem Schluss kommt die Studie des Beratungsunternehmens Ecofys im Auftrag der Energiedienstleisters ista Deutschland. Können Mieter beispielsweise monatlich per Post oder App ihren Energieverbrauch einsehen, steigt das wirtschaftliche Potenzial deutlich an.

Potenzial ist leicht zu erschließen


Durch sogenannte unterjährige Verbraucherinformationen könnten zwischen 2017 und 2020 77 Petajoule Energie eingesparte werden. „Das entspricht dem Heizenergieverbrauch einer Millionenstadt wie Hamburg pro Jahr”, sagt Studienleiter und Ecofys-Geschäftsführer Carsten Petersdorff. Dieses Potenzial könne relativ kurzfristig erschlossen werden, indem man die vorhandene Infrastruktur der jährlichen Heizkostenabrechnung ausweitet. Diese Infrastruktur umfasst auch Messgeräte an Heizungen, die die Zählerdaten per Funk an den betreibenden Dienstleister übermitteln. Der Auftraggeber der Studie ista vertreibt solche Messgeräte, die bereits in 50 Prozent der deutschen Haushalte installiert sein sollen.

Regelmäßiges Verbrauchs-Update lohnt sich


In der Untersuchung waren anhand der realen Verbrauchsdaten von insgesamt 190 Miethaushalten in München, Essen und Berlin die Kosten und Einsparungen durch regelmäßige Verbrauchsinformationen ermittelt worden. Neben der jährlichen Heizkostenabrechnung hatten sie über ein Webportal Zugriff auf ihre monatlichen Verbrauchsdaten sowie eine Einschätzung, ob diese hoch oder niedrig waren bzw. ob Nachzahlungen fällig werden. Auch in den USA hatten ähnliche Versuche ergeben, dass regelmäßige Verbrauchsinformationen vor allem im Vergleich zu dem Verbrauch der Nachbarn erhebliche Einsparungen bewirken können.

Das Ergebnis der deutschen Studie fassen die Forscher positiv zusammen: Für 87 Prozent der deutschen Mehrfamilienhäuser lohne sich das regelmäßige Informationsupdate. Ecofys errechnete eine Einsparung von fünf Prozent durch die unterjährigen Verbrauchsinformationen. Allerdings rechnet das Beratungsunternehmen auch mit monatlichen Zusatzkosten von 2 Euro für das ausgeweitete Informationsangebot.

Pilotprojekt für größeren Kostenüberblick


Die Daten stammen aus der Feldstudie „Bewusst heizen, Kosten sparen” der Deutschen Energie-Agentur (dena), die in Kooperation mit ista von 2013 bis 2016 durchgeführt wird. In drei Modellregionen können die teilnehmenden Haushalte über das von Ista entwickelte Energiedatenmanagement über ein Online-Portal jederzeit Einblick in ihren aktuellen Wärmeverbrauch nehmen. Das Projekt knüpft an eine Forsa-Umfrage an, nach der es drei Viertel der deutschen Verbraucher an Wissen über das eigene Heizverhalten und den damit verbundenen Kosten fehlt. Um den Verbrauch und die Heizgewohnheiten besser überblicken zu können, wünschen sich demnach 65 Prozent der Verbraucher mehr als einmal im Jahr Informationen zu ihrem Wärmeverbrauch.

Quellen:
Grüne Wirtschaftswoche
ecofys.com
Grüne Wirtschaftswoche