Das iLand als Revolution der Pumpspeicherkraftwerke?

Das Thema ist nicht neu. Wenn erneuerbare Energien auf dem Vormarsch sind, müssen intelligente Netze her, um diese optimal zu verteilen. Genauso wichtig sind die Möglichkeiten der Speicherung. Nachbarland Belgien plant nun eine ungewöhnliche, wenn auch spannende Lösung.

von Matthias Epkes
News

Datum: 11.11.2015 14:09

Eine Insel als Kraftwerk


Ein Eiland ist zumeist eine kleine Insel. Meist ist sie nur zwischen 100 und 1000km² groß. Das belgische Projekt ist zwar nochmal um einiges kleiner, dennoch ist das sogenannte iLand an dieser Landerhebung angelehnt. Beim iLand handelt es sich um eine künstliche Insel mit einer Breite von 2,5km und einer Länge von 1,5km. Im Inneren der Insel befindet sich ein großes, ovales Loch, das an seinem tiefsten Punkt 30 Meter ist. Der Mechanismus, der nun Strom bringen soll, funktioniert so: Wenn der Bedarf an Strom groß ist, wie beispielsweise in den Morgenstunden, wird Wasser aus dem Meer durch Turbinen in das iLand gelassen. Dadurch kann das Mini-Kraftwerk bis zu 500MW für mehrere Stunden produzieren. Um das Kraftwerk wieder bereit zu machen und das Wasser raus zu pumpen, wird überschüssige Energie, die vor allem nachts durch Windkraftwerke entsteht, genutzt.

Kritik zu künstlicher Insel


Das ungewöhnliche Vorhaben bleibt nicht ohne Kritik. Ähnlich wie auch bei den Windkraftanlagen, glauben Anwohner an eine Verschandelung der Sicht. Da das iLand bis zu 10 Meter aus dem Meer ragen und nur unweit der Küste liegen soll, ist es durchaus vom Strand aus zu erkennen. Die Anwohner befürchten, dass sich Touristen davon abschrecken lassen könnten, wenn der Blick auf das offene Meer gestört werden würde. Zudem werden die hohen Kosten kritisiert. Allein für den Unterhalt der Anlage werden acht Millionen Euro jährlich fällig. Der Kosten-Nutzen-Faktor müsse hier nochmal diskutiert werden. Zum Schluss ist auch nicht klar, welchen Einfluss das ganze Projekt auf Flora und Fauna haben könnte. Ähnliche Projekte bestehen bisher noch nicht. Dafür müssen noch Umweltgutachten erstellt werden. Nichtsdestotrotz soll das ungewöhnliche Speicherkraftwerk 2021 in Betrieb gehen.

Quellen:
Reuters
Spiegel