Insolvenz bei Care Energy: Wie geht es weiter?

Nach dem plötzlichen Tod des Gründers und Geschäftsführers Martin Kristek Ende Januar kam nun die Nachricht, die Einige in der Energiebranche befürchtet hatte: Am Freitag wurde das Insolvenzverfahren über die Care Energy AG, die Care-Energy-Holding GmbH und die Care-Energy Management GmbH eröffnet.

von Katharina Korczok
News

Datum: 08.03.2017 15:46

Verwirrendes Geschäftsmodell und offene Forderungen


Mit Preisen weit unter Wettbewerbswert begann der Aufstieg Care Energys 2011. Mit Billigstrom erreichte der Anbieter in Hochzeiten bis zu 200.000 Kunden. Sich selbst als „Energiedienstleister“ präsentierend, geriet Care Energy immer wieder in die Kritik aufgrund unterlassener Zahlungen der EEG-Umlage. Seit Beginn ist die Unternehmensgeschichte geprägt von Auseinandersetzungen mit Verbraucherschützern, der Bundesnetzagentur, anderen Netzbetreibern und auch irregeführten Kunden. Wegen ausbleibenden Abschlagszahlungen der EEG-Umlage kündigten im vorigen Sommer Netzbetreiber Tennet und 50 Hertz ihren Belieferungsvertrag woraufhin Care Energy einen massiven Kundenrückgang verbuchte. Ein Geschäft auf Zeit, denn ein Gewinn lässt sich mit Dumpingpreisen nicht erzielen. Unter wechselnden Namen und immer neuen vorgeschobenen Firmengründungen umging das Unternehmen bislang ausstehende Forderungen.

Stromversorgung für Kunden weiter gesichert


Die Strategie scheint nun erschöpft. Um ihre Stromversorgung müssen Kunden trotz Insolvenz nicht fürchten. Auch im laufenden Verfahren werden Kunden weiter beliefert, bestätigte Care Energy. Entstehen trotzdem Engpässe, fallen Verbraucher automatisch in den lokalen Grundversorgertarif. Ein Sonderkündigungsrecht ergibt sich aus der Insolvenz nicht, auch die Zahlung muss weiter fortgesetzt werden. Vorsorglich sollten Care Energy Kunden jedoch ihren Zählerstand ab der Insolvenzanmeldung regelmäßig prüfen und dem Verlauf des Verfahrens folgen, rät die Verbraucherzentrale Sachsen.

Quellen:
FOCUS
Spiegel